Auf der Rhinstraße in 13055 fahren innerhalb von 24 Std bis zu 1.600 Diesel LKWs und für den Emmissionsschutz vor schlechter Luft wird nichts getan, warum gibt es hier keine Luftreinhaltungsmaßnahmen?
Sehr geehrte Frau Kapek,
warum wird in der Innenstadt mehr auf Luftreinhaltung/ Lebensqualität geachtet als hier in den viel befahrenen Aussenbezirken? Die Rhinstraßenbrücke hat seit 36 Jahren keine Funktion mehr, warum wird diese Brücke gehalten und nicht zum Gesundheitsschutz/ Lärmschutz zurückgebaut, denn durch den Anstieg müssen die schweren LKWs noch mehr aufs Gaspedal drücken was wir dann als gesundheitliche Last neben dem LÄRM und den ERSCHÜTTERUNGEN auf Dauer ertragen müssen! Wird diese unnütze Brücke, für die es auch weiter überhaupt keine Pläne/ Planungen gibt perspektivisch für eine lebenswerteren Kiez zurückgebaut? Wer kontrolliert eigentlich regelmäßig, im Sinne des Umweltschutzes, die Situation unter der Brücke? Es ist bedauernswert, dass alle die in Regierungsverantwortung sind und waren nie auf diesen vergessenen Ort geschaut haben, um diesen zu entwickeln oder zurückzubauen. Warum muß man eine Brücke unterhalten, die seit Jahrzenten nicht mehr benötigt wird? MfG
Sehr geehrter Herr R.,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne umgehend beantworte.
Grundsätzlich haben alle Menschen in Berlin einen Anspruch auf Lärmschutz und Luftreinhaltung, denn beides ist essentiell für die Gesundheit und sollte daher immer politische Priorität erfahren. Leider stellen wir fest, dass die Durchsetzung von Lärmschutzmaßnahmen häufig auf gesellschaftliche Widerstände stößt - insbesondere, weil das effektivste Mittel für weniger Lärm gleichbedeutend mit weniger motorisierten Verkehr einhergeht. Insbesondere der Schwerlastverkehr sorgt nicht nur für schädliche Luft-, sondern auch erhebliche Lärmemissionen und trägt durch das hohe Gewicht dazu noch die Hauptverantwortung für schwere Schäden an Straßen und Brücken. Ein erster und aus meiner Sicht unbedingt notwendiger Schritt wäre die Einführung und Durchsetzung von Tempo 30, gepaart mit einem Schwerlastverkehrskonzept für Berlin, dass die Belastung von Anwohnenden reduziert.
Zu Ihrer Frage zur Brücke selbst kann ich keine konkrete sofortige Antwort geben, allerdings glaube auch ich, dass die Berliner Brücken - und insbesondere die Spannbetonbrücken, wie es die von Ihnen genannte Brücke in der Rhinstrasse ist - einer neuen Überprüfung erfordern. Denn die Zustandsnoten verschlecherten sich gerade hier teilweise sprunghaft und die Brücke in der Rhinstraße hat heute bereits die Zustandsnote 2.2 (Quelle: Masterplan Brücken aus dem Jahr 2026). Auch finde ich Ihre Frage vollkommen berechtigt, ob diese Frage überhaupt noch von Nöten ist und im Falle einer deutlichen Verschlechterung nicht ersatzlos abgetragen werden könnte. Hierfür bräuchte es aber einer größeren verkehrsräumlichen Betrachtung. Grundsätzlich glaube ich, sollten alle Brückenwerke in Berlin genau dieser Betrachtung unterzogen werden, so dass vor dem Hintergrund des enormen Sanierungsbedarfs eine vernünftige Priorisierung vorgenommen werden kann.
In diesem Sinne hoffe ich, dass für den Übergang zumindest erst einmal zeitnah Tempo 30 bei Ihnen eingeführt wird und die Einhaltung dieser Regelung auch effektiv überprüft wird.
Ihnen wünsche ich alles Gute und viel Kraft.
Herzliche Grüße,
Antje Kapek
