Überarbeiten Sie die Finanzierungsbeschränkungen für Psychotherapeutische Leistungen im "Gkv Stabilisierungsgesetz" von Frau Warken?
Mit großer Sorge betrachtet meine Berufsgruppe der psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten das geplante "Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung".
Vor allem für psychotherapeutische Praxen bedeuten die bisherigen Inhalte der Gesetzesvorlage eine deutliche finanzielle Verschlechterung, die letztlich zu einer noch schlechteren ambulanten psychotherapeutischen Versorgung führen wird.
Bitte überprüfen Sie im Gesetzesentwurf insbesondere die
- Einführung einer Deckelung psychotherapeutischer Leistungen
- Streichung von Zuschlägen für Kurzzeitpsychotherapie
- Koppelung der Honorierung an die Grundlohnrate
Diese Veränderungen sind besonders negativ und verursachen letztlich für die Gesellschaft langfristig wieder Mehrkosten.
Weitere Informationen:
https://www.dgvt.de/aktuelles/news-details/effizienz-ermoeglichen-statt-versorgung-deckeln/
Sehr geehrter Herr N.,
Sie haben Recht: Die Regelungen im Beistragsstabiliserungsgesetz sind eine Katastrophe für Psychotherapeut*innen und damit auch für Patient*innen und alle, die auf der Suche nach einer Psychotherapie sind. Das Signal ist klar: Der Kahlschlag der psychotherapeutischen Versorgung wird von dieser Regierung in Kauf genommen. Die Konsequenzen sind allen Beteiligten klar und politisch gewollt. Um sich eine gesellschaftliche Diskussion zu ersparen.
Wie kurzsichtig solche Einsparmaßnahmen sind, zeigt auch ein Blick auf die Krankheitstage in Deutschland, die die große Versorgungskrise im Bereich der psychischen Gesundheit verdeutlichen. Hier in dieser Weise den Rotstift anzusetzen, ist gesundheits-, sozial- und arbeitspolitisch ein Irrweg, der schnellstmöglich korrigiert werden muss.
Daher habe ich mich bis zuletzt dafür eingesetzt, dass dieses furchtbare Gesetz nicht durchkommt und auch danach muss der Protest gegen die Kürzungen weitergehen. Es ist viel verlangt, denn Psychotherapeut*innen wehren sich seit Monaten gegen die Kürzungen, aber leider wird es weiter nötig bleiben und auch bei den weiterhin anstehenden Protesten bin ich an der Seite der Psychotherapeut*innen und Patient*innen.
Für uns ist klar: Die Finanzkrise der gesetzlichen Krankenversicherung darf nicht auf dem Rücken von Menschen ausgetragen werden, die psychisch belastet oder erkrankt sind. Wer Unterstützung braucht, muss sie bekommen - schnell, wohnortnah und bezahlbar. Deshalb brauchen wir mehr Kassensitze für Psychotherapeut:innen, bessere Unterstützung bei der Therapieplatzsuche und eine solidarische Versorgungssteuerung.
Damit dies gelingen kann, brauchen wir eine wirkliche Reform der Gesundheitsfinanzierung und keine Kürzungen, die das einzige zu sein scheinen, das die Bundesregierung kennt. Wir als Linke setzen uns stattdessen für eine solidarische Bürgerversicherung ein, in die alle Menschen entsprechend ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit einzahlen. Dafür wollen wir alle Einkommen zur Finanzierung heranziehen, die Beitragsbemessungsgrenze abschaffen und die Dualität aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung überwinden. So könnte die Versorgung langfristig stabilisiert, die Beitragshöhe von 17% auf 13% reduziert und breite Teile der Bevölkerung entlastet werden.
Beste Grüße
Ates Gürpinar
