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Sind verpflichtende Fortbildungen zu ME/CFS für Ärzte und Gutachter der Rentenversicherung geplant um die zahlreichen Fälle der Betroffenen adäquat beurteilen zu können?

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Frage von Svenja B. •

Sind verpflichtende Fortbildungen zu ME/CFS für Ärzte und Gutachter der Rentenversicherung geplant um die zahlreichen Fälle der Betroffenen adäquat beurteilen zu können?

Sehr geehrte Frau Bas,

die Diagnosen von ME/CFS-Betroffenen werden bei der Rentenversicherung im Zuge eines Rentenantrags zu oft nicht anerkannt, was zu unnötigen Verfahren vor dem Sozialgericht führt, die finanzielle Absicherung der Betroffenen und ihre Gesundheit gefährdet.

ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die oft zu einem hohen Grad der körperlichen Behinderung führt. ME/CFS-Erkrankte (mind. 650.000 in Deutschland) haben oft eine sehr niedrige Lebensqualität. 1/4 aller Patienten kann das Haus nicht mehr verlassen, viele sind bettlägerig und ca. 60% arbeitsunfähig. Für die Diagnosestellung müssen psychische Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Gutachter und Ärzte der DRV kennen die ME/CFS- Diagnose oft nicht und nutzen oftmals nur psychologische Fragebögen für die Multisystemische Erkrankung anstatt der offiziellen Diagnosekriterien. Dadurch werden Betroffenen fälschlicherweise psychische Diagnosen gestellt und ihnen die Rente verwehrt.

https://www.mecfs.de/

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau B.,

vielen Dank für Ihre Frage. Da Sie sich auf meine Aufgaben als Bundesministerin für Arbeit und Soziales beziehen, antworte ich Ihnen nicht in meiner Funktion als Abgeordnete, sondern als Mitglied der Bundesregierung sowie dank der Zuarbeit der Bundesverwaltung: 

Ärztliche Gutachterinnen und Gutachter sind verpflichtet, ihre medizinischen Kenntnisse stets auf dem aktuellen Stand zu halten und sich regelmäßig fortzubilden. Um sie dabei zu unterstützen, stellt die Deutsche Rentenversicherung ein Begutachtungsportal zur Verfügung, das aktuelle medizinische Informationen, praxisorientierte Handlungsanleitungen und Leitlinienhinweise bündelt. Darüber hinaus werden gezielte Fort- und Weiterbildungen angeboten, die die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Symptomatik, Diagnostik und Verlaufsformen von Erkrankungen praxisnah vermitteln. Zudem werden bei der sozialmedizinischen Beurteilung des Leistungsvermögens sofern erforderlich Expertinnen und Experten in den jeweiligen Fachgebieten hinzugezogen. 

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales Kontakt aufzunehmen. Alle Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: https://www.bmas.de/DE/Service/Kontakt/kontakt.html.

Mit freundlichen Grüßen

Bärbel Bas

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