Wie stehen Sie zu einer Erhöhung des allgemeinen MwSt Satzes auf 21% zur Gegenfinanzierung von ESt Entlastungen
Sehr geehrte Frau Bas,
meine Frau und ich haben einen Bauvertrag für ein Einfamilienhaus unterschrieben, welches im Jahr 2027 errichtet wird. Einer Anhebung der MwSt auf 21 % würde einen hohen vierstelligen Betrag an zusätzlicher, bislang nicht finanzierter Belastung für uns bedeuten. Davor haben wir sehr große Angst.
Es wäre für uns ein sehr schwacher Trost, wenn dafür die ESt ein wenig gesenkt wird.
Ich appelliere an Sie, bei der ESt-Reform auf eine Anhebung der MwSt zu verzichten.
Als junge Familie hat man einige Konsumausgaben für Kinder + Hausbau + Auto auf dem Land.
Eine Preisstabilität wäre viel wichtiger für uns.
Mit freundlichen Grüßen
K. O.
Sehr geehrter Herr O.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Im Koalitionsausschuss am 1. Juli 2026 haben wir die Leitlinien einer Einkommensteuerreform beschlossen, mit der wir die Bürgerinnen und Bürger zum 1. Januar 2027 entlasten. Dies wird erzielt durch eine Anhebung des Grundfreibetrages, die Anhebung des Kinderfreibetrages, die Erhöhung des Kindergeldes, eine Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrages und ein Abflachen der zweiten Progressionszone, das mit einer Rechtsverschiebung des Spitzensteuersatzes einhergeht.
Der Fokus liegt auf mittleren und geringen Einkommen. Die Entlastung ist so ausgestaltet, dass sie für Familien mit Kindern am stärksten wirkt; damit erleichtern wir gezielt den Alltag von Familien. In voller Wirkung ab 2028 kann eine berufstätige Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Gesamteinkommen von 60.000 Euro gegenüber heute um mehr als 600 Euro jährlich entlastet werden.
Die Gegenfinanzierung erfolgt vor allem über eine Veränderung der „Reichensteuer“ in folgender Form: ab einem zu versteuernden Einkommen von 250.000 Euro in Höhe von 45 Prozent und ab einem zu versteuernden Einkommen von 280.000 Euro in Höhe von 47 Prozent.
Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist derzeit nicht vorgesehen.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas
