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Befürworten Sie die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung?

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Frage von Gesine M. •

Befürworten Sie die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung?

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau M.,

danke für Ihre Frage zur Empfehlung der Rentenkommission, das Renteneintrittsalter bei steigender Lebenserwartung anzuheben.

Sie beziehen sich mit Ihrer Frage auf eine von 33 Empfehlungen der Rentenkommission auf Bundesebene. Die Kommission hatte den Auftrag, Vorschläge zu entwickeln, wie die gesetzliche Rente auch in Zukunft finanziert werden kann, ohne die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler übermäßig zu belasten oder den Bundeshaushalt zu überfordern. Gleichzeitig sollte das System fair zwischen den Generationen ausgestaltet werden.

Deshalb lässt sich Ihre Frage nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten. Es gibt einige Fakten, die deutlich machen, dass es höchste Zeit ist, sich politisch mit der gesetzlichen Rentenversicherung zu befassen. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Nach den aktuellen Prognosen werden im Jahr 2040 auf 100 Menschen im Alter zwischen 20 und 66 Jahren etwa 45 Menschen kommen, die 67 Jahre oder älter sind. Vereinfacht gesagt: Auf zwei Erwerbstätige kommt dann eine Person im Rentenalter. Das bedeutet, dass künftig weniger Menschen Beiträge einzahlen, während gleichzeitig mehr Menschen Rente beziehen.

Es besteht also dringender Handlungsbedarf, um die gesetzliche Rente so umzugestalten, dass das System auch in der Zukunft funktioniert. Eine Empfehlung der Rentenkommission ist, das Renteneintrittsalter schrittweise an die Lebenserwartung zu koppeln. Wichtig ist dabei: Das soll erst nach 2032 gelten – und auch nur dann, wenn die Lebenserwartung tatsächlich weiter steigt. Vorgesehen ist ein Anpassungsmechanismus, nach dem sich die Regelaltersgrenze etwa alle zehn Jahre um ein halbes Jahr erhöhen würde. Nach den heutigen Prognosen läge sie dann im Jahr 2042 bei 67,5 Jahren

Mir ist wichtig zu betonen: Steigt die Lebenserwartung nicht, soll auch die Altersgrenze nicht angehoben werden. 

Die aktuellen Herausforderungen in den Systemen der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sind enorm. Für mich ist deshalb ohne Zweifel klar, dass Reformen dringend nötig sind, damit die Systeme leistungsfähig bleiben. Ich halte deshalb viele Empfehlungen der Rentenkommission für sinnvoll – dazu gehört auch die Anhebung der Regelaltersgrenze unter den genannten Voraussetzungen.

Gleichzeitig sollten die Empfehlungen nicht einzeln, sondern als Gesamtpaket betrachtet werden. Entscheidend ist für mich, dass die Reformen fair und generationengerecht ausgestaltet werden. Junge Menschen sowie Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen dürfen nicht übermäßig belastet werden. Und wer viele Jahre gearbeitet oder besonders belastende Tätigkeiten ausgeübt hat, muss auch künftig die Möglichkeit haben, früher in den Ruhestand zu gehen.

Bisher sind die Empfehlungen der Rentenkommission noch nicht beschlossen. Es ist aber geplant, bald einen Gesetzentwurf dazu vorzulegen. Der Gesetzentwurf wird dann im parlamentarischen Verfahren im Bundestag und Bundesrat diskutiert.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Lüttmann

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