Wie stärken die Wertschätzung und Seelsorge für freiwillige Feuerwehrleute?
Wie stärken die Wertschätzung und Seelsorge für freiwillige Feuerwehrleute?
Sehr geehrter Herr V.,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Zuständigkeitshalber wurde das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration beteiligt.
Wir können Ihnen Folgendes mitteilen:
In Bayern gewährleisten mehr als 7.400 Freiwillige Feuerwehren mit 320.000 ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden eine flächendeckende Präsenz und ein Eintreffen am Einsatzort innerhalb kürzester Zeit. Die Freiwilligen Feuerwehren sind dank ihres unermüdlichen Einsatzes ein unverzichtbarer Garant für die Sicherheit in unserem Land. In diesem ehrenamtlichen Engagement drücken sich Solidarität und die Bereitschaft aus, gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das freiwillige bürgerschaftliche Engagement ist deshalb eine tragende Säule unserer demokratischen Gesellschaft.
Es ist der Staatsregierung deshalb seit jeher ein großes Anliegen, die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrdienstleistenden gebührend zu würdigen und nach Kräften zu unterstützen.
Zum einen hat der Freistaat Bayern allein im letzten Jahr insgesamt rund 62 Millionen Euro für die Finanzierung von Feuerwehrfahrzeugen und Feuerwehrgerätehäusern eingesetzt. Damit trägt der Staat wesentlich dazu bei, dass den Feuerwehrleuten bei ihrem Einsatz die notwendige hochwertige Ausstattung zur Verfügung steht. Im selben Zeitraum wurden außerdem über 55 Millionen Euro in die Ausbildung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute an den drei Staatlichen Feuerwehrschulen Geretsried, Regensburg und Würzburg investiert.
Zum anderen ist sich die Staatsregierung aber auch bewusst, dass den ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden selbst Anerkennung für ihren Einsatz für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger gebührt. Unter anderem können Bürger, die sich bei der Freiwilligen Feuerwehr verdient gemacht haben, mit staatlichen Auszeichnungen wie dem Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande für 25-jährige, 40-jährige und 50-jährige aktive Dienstzeit bei einer freiwilligen Feuerwehr oder einer Werkfeuerwehr oder dem Steckkreuz für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen geehrt werden. Ein besonders schönes Zeichen der Anerkennung sind die Freiplätze für 40 Jahre ehrenamtlichen Dienst in einer Feuerwehr. Seit 2014 finanziert der Freistaat Bayern zur Anerkennung langjährigen ehrenamtlichen Engagements in der Feuerwehr einen einwöchigen Aufenthalt im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain für die Feuerwehrdienstleistenden, die die Ehrung für 40-jährigen Dienst in der Feuerwehr erhalten. Jährlich werden inzwischen etwa 5.000 Feuerwehrdienstleistende für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt. Der Freistaat Bayern hat in den letzten zehn Jahren rund 10 Millionen Euro in den Erhalt und den Ausbau des Feuerwehrerholungsheims investiert.
Genau wie Ehrenamtliche aus verschiedensten Bereichen, beispielsweise der Kultur oder dem Sozialen, können ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende – wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen – daneben auch von den mit der Bayerischen Ehrenamtskarte verbundenen Vergünstigungen profitieren. Neben Partnerunternehmen stellt auch der Freistaat Bayern selbst Vergünstigungen für die mit der Bayerischen Ehrenamtskarte Ausgezeichneten bereit. Neben den angesprochenen Ermäßigungen im Bereich der Bayerischen Seenschifffahrt erhalten Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte auch Rabatte beim Eintritt zu den staatlichen Museen und Sammlungen sowie zu den Burgen und Schlössern, deren Träger die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung ist. Für Inhaber der Ehrenamtskarte stehen somit in ganz Bayern verschiedene attraktive Angebote bereit.
Freiwillige Feuerwehrleute übernehmen Verantwortung in Ausnahmesituationen, oft unter hoher körperlicher und seelischer Belastung. Wertschätzung für dieses Engagement bedeutet daher nicht nur öffentliche Anerkennung, sondern auch, die Einsatzkräfte als Menschen ernst zu nehmen und ihre seelische Gesundheit im Blick zu behalten.
Im Freistaat Bayern haben sich hierfür über Jahrzehnte tragfähige Strukturen der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) entwickelt. In enger Zusammenarbeit von Kirchen, Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen steht Einsatzkräften (PSNV-E) ebenso wie Betroffenen (PSNV-B) meist rund um die Uhr qualifizierte Unterstützung zur Verfügung. Diese Angebote leisten einen wichtigen Beitrag, belastende Einsatzerfahrungen aufzufangen und langfristigen Folgen vorzubeugen. Für die PSNV-E wurden frühzeitig verlässliche Strukturen geschaffen: Bereits 2003 wurde an der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried ein eigener Fachbereich eingerichtet, 2008 folgte die Landeszentralstelle PSNV, 2019 ergänzend flächendeckende Vernetzungsstrukturen auf Kreisebene, die auch als Anlaufstellen für die Notfallseelsorge dienen. Diese gewachsenen Strukturen sind Ausdruck einer gelebten Fürsorge für die Einsatzkräfte.
Auch wenn die Zuständigkeit für die Feuerwehren primär beim Innenressort liegt, unterstützt die Staatsregierung insgesamt eine Kultur der Wertschätzung. Ein starkes Ehrenamt braucht nicht nur gute Ausrüstung und Organisation, sondern auch verlässliche psychosoziale Begleitung – gerade nach besonders belastenden Einsätzen.
Ich danke allen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden für Ihren wertvollen Einsatz für unsere Geselleschaft.
Herzliche Grüße
Ihr
Christian Bernreiter
