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Frage an Dieter Lauinger von Johanna Müller

Dieter Lauinger
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Johanna M. •

Frage an Dieter Lauinger von Johanna M. bezüglich Umwelt

Lieber Herr Lauinger,

ich bin eigentlich Stammwählerin der Grünen, aber trotzdem werde ich vor meiner zweiten Bundestagswahl nochmal genau hinterfragen müssen ob das auch so bleiben sollte. Für mich ist Tierschutz eines der wichtigsten Themen und eigentlich die Grünen deshalb auch die richtige Partei für mich, doch die Einstellung, das Schächten aus kulturellen und religiösen Gründen nicht einschränken zu wollen, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Wie kann mann denn eine (äußerst brutale, mittelalterliche und unnötige) Tradition höher stellen als die Vermeidung von unglaublichen Schmerzen und Todesangst bei nichtmenschlichen Tieren. Wie stehen sie dazu? Und würden sie ggf. in ihrer Partei für eine Abschaffung der Schächtung eintreten? Entschuldigen Sie die Polemik, aber das Thema regt mich wirklich auf.

Beste Grüße
Johanna

Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Liebe Frau Müller,

ich kann sehr gut verstehen, dass man angesichts von leidenden Tieren außer Fassung geraten kann. Aber Fragen rund um das Schächten sind leider auch nicht ganz so einfach zu beantworten, da hier zwei wesentliche Grundsätze unserer Gesellschaft und grüner Politik in einem Spannungsverhältnis stehen - der Tierschutz, der als Staatsziel im Grundgesetz verankert ist, und das Grundrecht auf freie Religionsausübung, dass als Grundrecht einen besonderen Schutz genießt. Beide Grundsätze sind wichtig für unser Zusammenleben und verdienen unseren höchsten Respekt.
Ihre Beobachtung, dass wir Grünen das Schächten nicht einschränken wollen, ist allerdings insofern nicht richtig, als dass wir versuchen, einen möglichen Kompromiss zu finden, der die Religionsausübung ermöglicht, aber den Tieren unnötiges Leid erspart. Wir befürworten ausdrücklich das Verbot des betäubungslosen Schächtens und wir setzen uns seit einigen Jahren für dessen Ausweitung auf bestehende Ausnahmeregelungen ein. Hier besteht aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf.
Diese Lösung mag vielleicht nicht jedermann befriedigen, aber es steht uns auch nicht an, die religiösen Grundsätze unserer Mitmenschen gering zu schätzen oder zu missachten.

Mit den besten Grüßen

Dieter Lauinger

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