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Frage an Dieter Lauinger von Monika Böhner

Dieter Lauinger
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Monika B. •

Frage an Dieter Lauinger von Monika B. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Sehr geehrter Herr Lauinger.

Nächstes Jahr werde ich mit meiner Ausbildung fertig. Ich bin dann staatlich geprüfte Bürokauffrau.
In Thüringen und Oberfranken werde ich mich bewerben. Wenn man sich so nach Stellen umschaut, findet man vor allem Zeitarbeit. Für den Anfang erst mal ein Sprungbrett vielleicht. Eventuell gleich in meinem Beruf.

Doch wie soll mein Arbeitsleben in Zukunft dann weitergehen? Ewig efristet arbeiten? Die Politik wollte es ja so, dass man nun länger immer wieder befristet weiter in Zeitarbeit sein kann bzw. muss, wenn man keinen festen Job nebenbei findet. Das kann ja kein Leben sein oder? Wenn man sich iwann auch weitergebildet hat und was ist, möchte man eine gerechte Entlohnung. Kommen noch Kinder im Leben dazu, reicht das Geld erst recht hinten und vorne nicht.

Nicht viel anders sieht es mit dem 450 € Job aus. Ich kenne mehrere Aufstocker, die genug arbeiten für ihr Geld und vielleicht für ewig Aufstocker bleiben. Das ist genauso wenig Zukunft!

Was möchten Sie gegen Leiharbeit und Aufstockung tun?

Herzliche Grüße

Monika Böhner

Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau Böhner,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich verstehe Ihre Sorge um ihre berufliche und persönliche Zukunft. Und ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass es ein gutes Zeichen für die Zukunft unseres Landes ist, wenn sich junge Menschen, noch in der Ausbildung, Gedanken über Befristung, Leiharbeit und Aufstockung machen müssen.

Für uns Grüne ist das unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnis noch immer die erste Wahl am Arbeitsmarkt. Dieses wollen wir mit unserer Politik weiter stärken und es sollte wieder fester Bestandteil ihrer beruflichen Zukunft werden.

Flexibilität am Arbeitsmarkt durch Befristung oder Leiharbeit ist für viele Unternehmen sicher unverzichtbar - gerade in Zeiten wirtschaftlicher Krise. Aber solche Verhältnisse dürfen unbefristete Vollzeitarbeitsplätze nicht verdrängen. Vor allem aber darf diese Flexibilität nicht misbraucht werden: Manche Unternehmen kalkulieren bei Niedriglöhnen sogar die staatliche Hilfe mit ein - hier finanzieren wir alle die Unternehmensprofite.

Die wichtigste Maßnahme für mich und uns Grüne ist die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von zunächst 8,50€ - nicht viel auf den ersten Blick, aber für viele Menschen in Deutschland deutlich mehr, als sie gegenwärtig verdienen und die deshalb mit staatlichen Leistungen aufstocken müssen. Die Höhe des Mindestlohns soll dann jedes Jahr neu durch eine unabhängige Kommission bestimmt werden. Ein gesetzlicher Mindestlohn verhindert Lohndumping auf Kosten der Gesellschaft.

Des weiteren wollen wir durch stärkere Reglementierung bei Zeit- und Leiharbeitsverhältnisse sowie bei den Minijobs (bis 450€) darauf hinwirken, dass diese nicht reguläre Arbeitsverhältnisse verdrängen. Leiharbeit zum Beispiel soll Auftragsspitzen in Unternehmen abfangen - die Arbeitnehmer müssen die gleichen Rechte wie reguläre Arbeitnehmer und zudem einen Flexibilitätsbonus genießen.

Mit diesen Instrumenten wollen wir den Arbeitsmarkt gerechter und Entlohnung fairer machen. Vor allem wollen wir aber, dass junge Menschen wie sie mit weniger Sorge auf ihr eigenes Berufsleben schauen müssen.

Mehr und detaillierte Informationen finden sie hier: www.gruene.de/gerecht

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Lauinger

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