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Sollte der Leistungsteil dienstlicher Beurteilungen nach der Maxime ‚Leistung = Arbeit : Zeit‘ ausgerichtet und der Befähigungsteil primär auf die Ergebnisse von IQ-Tests gestützt werden?

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Frage von Prof. Dr. Thomas C. •

Sollte der Leistungsteil dienstlicher Beurteilungen nach der Maxime ‚Leistung = Arbeit : Zeit‘ ausgerichtet und der Befähigungsteil primär auf die Ergebnisse von IQ-Tests gestützt werden?

Der Öffentliche Dienst in Deutschland erscheint leistungsschwach, was sich z. Zt. dramatisch am Beispiel der Bundeswehr zeigt: Trotz vierthöchster Verteidigungsausgaben im internationalen Vergleich liegt die Kampfkraft der Bundeswehr allenfalls auf Platz 14 (Quelle: STATISTA, akt. Veröffentlichungen).

Die Beförderungen und damit die Besetzung von Schlüsselpositionen im Öffentlichen Dienst sind weitgehend abhängig von den Ergebnissen dienstlicher Beurteilungen. Hier wird seit langem gemutmaßt, infolge politisch bedingter Ämterpatronage werde nicht hinreichend objektiv gewertet (instruktiv Nokiel, DÖD 2021 S. 116 - 121; von Arnim, DVBl 2021 S. 481 - 490; Bochmann, ZBR 2023 S. 325 - 340).

Könnte die Stützung dienstlicher Beurteilungen auf annähernd objektiv messbare Parameter diesem Eindruck entgegen wirken?

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Prof. Dr. Thomas C., vielen Dank für die Anfrage. Ich kann Ihrem Vorschlag leider nicht uneingeschränkt folgen. Der IQ-Test sagt in gewisser Weise etwas über Intelligenz im Rahmen einer bestimmten Definition von Intelligenz aus. Wenig sagt er hingegen etwa zu sozialen Fähigkeiten wie Teamwork, Verhandlungsgeschick oder Empathie aus, die für die Erfüllung beruflicher Aufgaben gerade auch in Schlüsselpositionen des öffentlichen Diensts von großer Bedeutung sind. Hier ist es schwierig, objektiv messbare Kriterien anzulegen. Ebenso ist eine Leistungsmessung in technischem Sinne als Arbeit pro Zeit nicht ohne weiteres auf nicht-körperliche Arbeit übertragbar. Grundsätzlich begrüße ich es als Befürworterin von Open Government, wenn Stellenbesetzungen so offen wie möglich erfolgen und der Auswahlprozess transparenter als bisher erfolgt. Dies kann in jedem Fall helfen, Ämterpatronage oder andere politische Einflüsse aufzudecken und einer kritischen, offenen Diskussion zu unterziehen.

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