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Wie stehen Sie zur Prävention von Kontrollverlustrisiken im Zusammenhang mit KI?

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Donata Vogtschmidt
Die Linke
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Frage von Swante S. •

Wie stehen Sie zur Prävention von Kontrollverlustrisiken im Zusammenhang mit KI?

Sehr geeherte Frau Vogtschmidt,

Als Softwareentwickler in einem großen IT-Unternehmen verfolge ich mit Bedenken, wie schnell KI Fortschritte macht, um große Teile meines Jobs zu automatisieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass schon in den nächsten Jahren sehr viele Jobs vollständig automatisiert sein werden. Das wird einen radikalen Einfluss haben auf unseren Arbeitsmarkt.

Jedoch noch bedenklicher finde ich das Risiko von einem vollständigen Kontrollverlust über fortgeschrittene KI, die intelligenter ist als wir Menschen. Davor warnen z.B. KI Experten wie Yoshua Bengio und Geoffrey Hinton.

https://red-lines.ai/

"We urgently call for international red lines to prevent unacceptable AI risks."

https://aistatement.com/

"Mitigating the risk of extinction from AI should be a global priority alongside other societal-scale risks such as pandemics and nuclear war."

https://superintelligence-statement.org/

"We call for a prohibition on the development of superintelligence ..."

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrte Swante S., Vielen Dank für die Anfrage. Ich sehe Warnungen vor einer Superintelligenz eher kritisch. Zwar stimmt es, dass mittels KI immer komplexere Aufgaben scheinbar oder auch tatsächlich in geringer Zeit gelöst werden. Doch jedes KI-System bleibt im Endeffekt ein statistisches Verfahren, das aus den Daten, mit denen es trainiert wird, Muster erkennt und diese reproduziert. Warnungen vor superintelligenten Fähigkeiten haben ihre Referenz oft in den führenden KI-Konzernen selbst, die damit wahrscheinlich ihren Marktwert hochzutreiben versuchen. Schließlich stehen Diskussionen um eine KI-Spekulationsblase im Raum, und Gewinne ließen sich bisher mit KI kaum erwirtschaften. Und trotzdem zahlen schon heute Umwelt, Beschäftigte und scheinbar Unbeteiligte einen hohen Preis: Fossile Energieträger und Atomenergie erleben neuen Auftrieb, Datenarbeiter*innen werden ausgebeutet, Überwachung nimmt massiv zu an Arbeitsplatz, im privaten Bereich und im öffentlichen Raum. Und persönlichen Daten, geschützte Werke und schöpferische Leistungen von Kunstschaffenden werden unvergütet ausgenutzt. Die ohnehin bestehende Machtkonzentration auf wenige private Digitalkonzerne verschärft sich weiter, was dramatische Folgen für Demokratie, Teilhabe und Selbstbestimmung haben wird. Dies sind derzeit die entscheidenden Probleme mit KI, die im Übrigen auch viel mit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung zu tun haben, die diese Probleme nicht einhegt, sondern verschärft. Als Linke setzen wir uns daher grundsätzlich für eine gesellschaftliche Transformation weg vom Kapitalismus ein, und parallel kämpfe auch ich ganz konkret dafür, dass bestehende KI-Regulierung wirksam durchgesetzt wird und Lücken geschlossen werden. Dazu haben wir als Fraktion bereits mehrere Anträge im Bundestag eingebracht (insbesondere die Bundestag-Drucksachen 21/4758 und 21/4759). Letztlich würde eine konsequent umgesetzte KI-Verordnung auch gar keine Spielräume eröffnen, die zur Herausbildung einer außer Kontrolle geratenden Superintelligenz führen könnten. Ein so konkretes Vorgehen ist sinnvoll und könnte dann auch außerhalb der EU als Impuls wirken.

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