Welche Vorhaben plant die Landesregierung für besseren Denkmalschutz?
Sehr geehrter Herr Beitz,
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über 3000 historische Gutshäuser, die meisten i privater Trägerschaft. Mecklenburg Vorpommern ist damit das Bundesland mit der höchsten Dichte an historischen Gutshäusern in der Bundesrepublik. Eine große Zahl dieser Gutshäuser im Privatbesitz werden jedoch nicht angemessen gepflegt und verfallen mit der Zeit. Es ist äußerst bedauerlich, dass mit Kultur und Geschichte so dermaßen miserabel umgegangen wird. Ist der Landesregierung dieses Thema bewusst? Und sind schon Vorhaben für besseren Denkmalschutz geplant? Wie sieht es generell mit den historischen Gutshäusern aus?
Mit Freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr N.,
bitte entschuldigen Sie zunächst meine verspätete Antwort. Ihre Nachricht hat mich aus technischen Gründen leider erst jetzt erreicht.
Die zahlreichen Guts- und Herrenhäuser prägen Mecklenburg-Vorpommern und sind ein wichtiger Teil unserer Geschichte und kulturellen Identität. Der Landesregierung ist bewusst, dass sich viele dieser Gebäude in einem schlechten Zustand befinden. Gerade bei privaten Denkmalen bleibt die Lage jedoch schwierig: Für ihren Erhalt sind zunächst die Eigentümer verantwortlich. Das Land kann beraten, fördern und den rechtlichen Rahmen setzen, aber nicht sämtliche Sanierungskosten übernehmen.
Wie wichtig der Erhalt solcher Gebäude ist, weiß ich aus eigener kommunaler Erfahrung. Die Gemeinde Stolpe auf Usedom ist Eigentümerin des dortigen Schlosses. Als Bürgermeister habe ich dessen umfassende Sanierung mit vorangetrieben. Allein in der laufenden Legislaturperiode wurden dafür rund 2,4 Millionen Euro investiert, davon 90 Prozent durch das Land gefördert. So konnte das historische Gebäude gesichert und wieder zu einem lebendigen Ort für die Gemeinde und ihre Gäste gemacht werden. Das zeigt, was möglich ist, wenn Kommune, Land und engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam handeln.
Die SPD bekennt sich in ihrem Regierungsprogramm ausdrücklich dazu, das materielle und immaterielle Kulturerbe zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu sollen auch europäische Fördermöglichkeiten, insbesondere aus dem EFRE, gezielter genutzt werden. Aus meiner Sicht müssen Beratung und Förderprogramme für gefährdete Denkmale weiter verbessert und möglichst unbürokratisch zugänglich gemacht werden. Zugleich müssen private Eigentümer ihrer Verantwortung für den Erhalt geschützter Gebäude nachkommen.
Mit freundlichen Grüßen
Falko Beitz
