Warum duldet es die CSU, dass psychisch Erkrankte mit dem Gesetz benachteiligt werden, obwohl die CSU auf Landesebene gegenteiliges behauptet?
Ambulante Psychotherapie, welches nachweislich und wissenschaftlich erwiesen Kosten einspart, soll nun wieder budgetiert werden. Folgen werden weniger Behandlungsangebot bei immer größerer Nachfrage sein. Wie können Sie dies vertreten? Es steht in Widerspruch zur Agenda auf Landesebene der CSU! Ambulante Psychotherapie verhindert klar und eindeutig weitere Kosten. Die Budgetierung führt aber zu mehr.
Quellen:
Chisholm, et al. (2016). Scaling-up treatment of depression and anxiety: a global return on investment analysis. The Lancet Psychiatry, 3(5), 415–424.
Lazar, S. G. (2014). The cost-effectiveness of psychotherapy for the major psychiatric diagnoses. Psychodynamic Psychiatry, 42(3), 423-457.
Lazar, S. G. (Ed.). (2010). Psychotherapy is worth it: A comprehensive review of its cost-effectiveness.
Sehr geehrter Herr R.,
herzlichen Dank für Ihre E-Mail.
Die massive Ausgabendynamik im Gesundheitswesen mit einem prognostizierten Defizit von rund 16 Mrd. Euro im kommenden Jahr und weiteren Anstiegen in den Folgejahren zwingt uns zu Einsparungen und Strukturreformen. Deshalb wurde eine unabhängige Finanzkommission eingesetzt, die vor wenigen Wochen 66 Sparvorschläge vorgeschlagen hat. Die Bundesgesundheitsministerin hat einen Großteil (rund 75%) dieser Vorschläge übernommen und diese in einem Sparpaket zusammengefasst.
Ich unterstütze diese Überlegungen grundsätzlich. Von allen Akteuren im Gesundheitswesen (Ärzteschaft, Krankenhäuser, Apotheken, Pharma-Hersteller, Heil- und Hilfsmittel-Hersteller, Krankenkassen) wird ein Sanierungs-Beitrag eingefordert, auch von den Versicherten. Ich persönlich halte es zudem für notwendig, dass auch aus dem Bundeshalt ein finanzieller Beitrag geleistet wird, um eine gerechte Finanzierung der Gesundheitskosten von Bürgergeldempfängern zu erreichen.
Entscheidend wichtig ist allerdings, dass diese Belastungen und Einsparungen auf alle Schultern gerecht verteilt werden. Daher wird es im parlamentarischen Verfahren bis Juli über die einzelnen Einsparmaßnahmen sicher noch Diskussionen geben, wie diese evt. in einzelnen Punkten noch angepasst, verändert oder in anderer Form umgesetzt werden.
Darunter fällt auch die Frage der ambulanten Psychotherapie. Ihre Argumente und Sorgen nehme ich mit in diese vertieften Beratungen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Prof. Dr. med. Hans Theiss MdB
