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Wie stehen Sie der geplanten Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen gegenüber? Es wird zu Praxisschließungen und einer Verschlechterung der Versorgung führen.

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Frage von Christina S. •

Wie stehen Sie der geplanten Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen gegenüber? Es wird zu Praxisschließungen und einer Verschlechterung der Versorgung führen.

Sehr geehrter Herr Bollmann,

durch die geplante Reform werden Praxen gezwungen zu schließen, da es wirtschaftlich (auch durch die 4,5% Kürzung im April) nicht mehr tragbar sein wird. Des Weiteren werden Therapieplätze wegfallen. Ambulante Psychotherapie spart langfristig 2-4€ (Studie von der Techniker Krankenkassen) pro investiertem Euro. Die Kosten für eine Praxis steigen stetig. Ich habe akute Existenzangst und möchte meine Patienten nicht hängen lassen, sehe aber bei der geplanten Umsetzung keine andere Möglichkeit als mich neu zu orientieren.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Mail, die sie gleichlautend auch an meinen Kollegen dem Landtagsabgeordneten Herr Alexander Vogt gesendet haben.

Im aktuellen Koalitionsvertrag haben wir uns ausdrücklich darauf verständigt, die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit zu stärken und den Zugang zu Therapie zu verbessern. Dieses Ziel bleibt für uns weiterhin maßgeblich. 

Allerdings, die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung ist ernst: Es drohen absehbare Defizite in zweistelliger Milliardenhöhe und weiter steigende Zusatzbeiträge. Unser Ziel ist es, aus den Vorschlägen der Kommission ein ausgewogenes Gesamtpaket zu machen, das die Einsparbeiträge gerecht auf möglichst viele Schultern verteilt. Die Vorschläge der Kommission sind dafür eine wichtige Grundlage – sie ersetzen aber nicht die politische Entscheidung. 

Wir wollen die Empfehlungen im parlamentarischen Prozess nun ergebnisoffen prüfen und dann ein konsentiertes Gesamtpaket vorlegen. 

Für uns als SPD ist dabei klar: Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV dürfen nicht zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen und sie dürfen auch nicht dazu führen, dass sich der Zugang zur Versorgung verschlechtert. psychotherapeutische Versorgung langfristig gesichert bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Hendrik Bollmann

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