Warum gibt es keine Subvention für die Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel?

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Warum gibt es keine Subvention für die Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel?

Sehr geehrte Frau Nestle,
Die Fährverbinndung existierte zuletzt zwar nicht mal ein Jahr, doch hatte man durch die Fähre, das Gefühl auch aus Brunsbüttel heraus angenehm und vor allem zeitlich geplant Richtung Süden reisen zu können. Der Elbtunnel und die katastrophalen Baustellen in und um Hamburg verderben einem so manche Autofahrt und werden es auch die nächsten Jahrzehnte noch. Auch mit einem "sinnvollen" Anschluss an die Bahn kann Brunsbüttel nicht glänzen. Nun fördert die Bundesregierung mit dem 9€-Ticket und seinem Nachfolger (x9€-Ticket) massiv den ÖPNV. Leider ist dies eine Art der Subvention, die hier im ländlichen Raum, kaum genutzt werden kann.
Daher frage ich mich, warum eine staatlich subventionierte Fahrverbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven nicht möglich sein sollte? Insbesondere, da das Angebot sehr gut angenommen wurde und es der Region einen echten Infrastruktur Vorteil gibt.

Frage von Marvin K. am
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Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 19 Stunden

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Befürwortung einer Unterstützung eines Fährverkehrs Brunsbüttel - Cuxhaven. Ich stimme Ihnen zu, dass die Fährfahrten über die Elbe sowohl auf der bestehenden Linie Glückstadt und Wischhafen als auch der leider eingestellten Linie Brunsbüttel - Cuxhaven nicht nur sehr angenehm sind, sondern auch eine erhebliche Bereicherung der Region darstellen. Brunsbüttel - Cuxhaven bietet dabei neben dem Autobahnanschluss sogar noch den Vorteil einer direkten Bahnanbindung gen Süden, was eine deutliche Erleichterung für die Westküste Schleswig-Holsteins für Fahrten nach Bremen, ins Ruhrgebiet oder in die Niederlande böte. Leider fällt der  Betrieb dieser Art Fährverbindungen nicht unter eine der üblichen Regelungen, nach denen der Bund diese Verkehre absichern könnte. Auch auf den Landesebenen wird dieses unterschiedlich gehandhabt, was die Problematik weiter verschärft.

Die Tatsache, dass dieses heute noch nicht gefördert wird, heißt aber nicht, dass dieses so bleiben muss. Immerhin fahren auch die Kanalfähren des NOK auf Bundesrechnung, auch wenn hier eine andere Historie vorliegt und es sich um eine künstliche Wasserstraße handelt.

Es ist aber trotzdem nicht ersichtlich, warum der Bund zwar Milliarden für den Bau eines Autobahntunnels bereitstellen sollte, nicht aber für den um Größenordnungen günstigeren Betrieb von Fähren. Ich setze mich daher immer wieder dafür ein, dass diese Fährverbindungen nicht nur erhalten bleiben, sondern auch weiter verbessert werden, und danke Ihnen für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Nestle 

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