Wie sehen Sie die Frage der angeblichen Korruption in der Ukraine ?
Sehr geehrter Herr Köstering,
in letzter Zeit liest man (Spiegel) von angeblicher Korruption in der Ukraine. Hervozuheben ist hier wohl die Entwicklung um den Stabschef Andrij Jermak, der wohl verhaftet wurde.
In diesem Zusammenhang war ebenfalls im Spiegel zu lesen, das Anfang März ungarische Sicherheitskräfte einen routinemäßigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ihrem Gebiet gestoppt hatten. Sie beschlagnahmten dabei 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie neun Kilogramm Gold. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt.
Könnten Sie das für uns Bürger einmal aus Ihrer Sicht bewerten.
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen W.
Sehr geehrter Herr W.,
Korruption ist in all ihren Erscheinungsformen und Auswirkungen entschieden zu verurteilen und muss mit den verfügbaren rechtsstaatlichen und strafrechtlichen Mitteln konsequent bekämpft werden. Dem Eindruck nach, den der Spiegel-Beitrag vermittelt, geschieht dies auch.
Mutmaßliche Korruption an der Staatsspitze darf jedoch nicht dazu führen, dass unsere Solidarität mit den vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine nachlässt. Sie leiden nicht nur unter den Folgen möglicher Korruption in politischen Spitzenämtern, sondern insbesondere unter den alltäglichen Entbehrungen, Versorgungsengpässen und Belastungen einer Kriegswirtschaft.
Herzliche Grüße aus Nümbrecht
Jan Köstering
