Label
Wie ist der Satnd bei der Unternehmensinitiative „Made for Germany ?

Portrait von Jan Köstering
Jan Köstering
Die Linke
100 %
22 / 22 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Hans-Jürgen W. •

Wie ist der Satnd bei der Unternehmensinitiative „Made for Germany ?

Sehr geehrter Herr Köstering,
am 25. September kündigte der Bundeskanzler Friedrich Merz ein Statement zur Unternehmensinitiative „Made for Germany“ an.
Es wurde geschrieben:
Bundeskanzler Merz hat Vertreterinnen und Vertreter der Initiative „Made for Germany” empfangen. „Wir stehen vor einer der größten Investitionsinitiativen, die wir in Deutschland in den letzten Jahrzehnten gesehen haben”, sagte der Kanzler in seinem Statement.
Die Initiative „Made for Germany“ besteht aus über 60 Unternehmen, darunter Start-ups sowie mittlere und große Unternehmen. Sie wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, einen Beitrag zur Verbesserung des Investitionsklimas in Deutschland zu leisten. Dafür investieren die Unternehmen unter anderem in neue Standorte in Deutschland – aber auch in Forschung und Entwicklung sowie in die Modernisierung deutscher Infrastruktur.( Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)
Frage: Wie ist der Stand dieser Initiative ?
Mit freundlichen Grüßen

Hans-Jürgen W.

Portrait von Jan Köstering
Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Herr W.,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir warten spätestens seit der Ankündigung des "Herbst der Reformen" auf sichtbare Fortschritte, die der Bundeskanzler vor sich hertragen kann. Bislang bleiben diese aus unserer Sicht aus. Dass sich zuletzt das Unternehmen "Merz Group" - ein mit dem Kanzler offenbar nicht verbundenes Unternehmen - der Initiative "Made for Germany" angeschlossen hat (https://www.afp.com/de/infos/merz-group-tritt-initiative-made-germany-bei), hat die Zahl der dort organisierten Familien- und Industrieunternehmen letzten Pressemeldungen zufolge aus 129 anwachsen lassen. 

Wichtig bei "Initiativen" ist erfahrungsgemäß weniger die propagierte Zielsetzung, sondern der damit real erzielte Effekt. Die Vision der Initiative, wirft bei mir Fragen auf.

Zitat Webseite (Abruf 11.05.2026):

VISION

"Zwischen 2025 und 2028 investieren die Mitglieder der Initiative gemeinsam über 800 Milliarden Euro in Deutschland – für Innovation, Forschung, Infrastruktur und neue Arbeitsplätze. Damit senden wir ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und setzen auf verlässliche Rahmenbedingungen, die auch Mittelstand und Startups stärken.

„Made for Germany“ versteht sich als Brücke zwischen Wirtschaft und Politik. Wir unterstützen die Umsetzung zentraler Reformen und bringen unser Know-how aktiv ein. Unser Ziel: Ein lösungsorientierter Dialog für mehr Innovation, weniger Bürokratie und eine starke Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands."

Ich kann angesichts dieser Vision und der zahlreichen in der Initiative vertretenen Unternehmen nicht erkennen, warum es diesen Zusammenschluss braucht. Es handelt sich um 129 etablierte, bestens in die Politik vernetzte Unternehmen, denen in Deutschland gewöhnlich kein Stein in den Weg gelegt wird, um Wertschöpfung zu betreiben. 

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kanzler-kuenstliche-intelligenz-industrie-2422036

Es empfiehlt sich, die Unternehmensbilanzen und insbesondere Gewerbesteuerleistungen sowie eintreffende Fördergelder aus Steuermitteln der beteiligten Unternehmen im Blick zu behalten. Ich hoffe, die allgemeinen Steuer- und Abgabenentwicklungen weichen in den kommenden Jahren nicht zu sehr vom Beitrag dieser Unternehmen ab. Weitere Umverteilungen von unten nach oben gefährden den sozialen Frieden in diesem Land und dürfen nicht im großen Stil durch kanzlergestützte Initiativen geduldet werden.

Solidarische Grüße

Jan Köstering

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Jan Köstering
Jan Köstering
Die Linke

Weitere Fragen an Jan Köstering