Sehr geehrter Herr MdB Schraps, wie stehen Sie zur geplanten Einstellung des Bundesprogramms Garantiefonds Hochschule (GF-H) zum 31.12.2026?
GF-H in Gefahr! Bildungsberatung GF-H 2027?
Sehr geehrter Herr MdB Schraps,
das Bundesprogramm Garantiefonds Hochschule (GF-H) steht vor dem endgültigen Aus:
Am 01.06.2026 habe ich erfahren, dass das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) das GF-H-Programm zum 31.12.2026 beenden will.
Seit über 50 Jahren eröffnet der GF-H jungen zugewanderten Menschen Teilhabechancen, schafft Bildungsperspektiven und Chancengerechtigkeit und stärkt damit auch unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Darüber hinaus leistet der GF-H einen wichtigen Beitrag um dem akuten Fachkräftemangel in akademischen Berufen im MINT- und Medizinbereich entgegenzuwirken.
Über eine baldige Antwort von Ihnen freue ich mich!
Mit freundlichen Grüßen
Dorothea W.
Sehr geehrte Frau W.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Engagement für den Garantiefonds Hochschule.
Der Garantiefonds Hochschule hat in den vergangenen Jahrzehnten vielen jungen zugewanderten Menschen den Weg in Studium und Ausbildung eröffnet. Bildungszugang und Chancengerechtigkeit sind zentrale Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und erfolgreiche Integration. Diese Ziele entsprechen den Grundwerten der SPD. Wir sind überzeugt, dass Bildungserfolg nicht von der Herkunft abhängen darf.
Gerade angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs ist es wichtig, vorhandene Potenziale zu fördern und qualifizierten jungen Menschen gute Perspektiven zu eröffnen. Programme, die den Zugang zu Hochschulen erleichtern und Bildungsbiografien unterstützen, leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Davon profitieren die Betroffenen ebenso wie unsere Gesellschaft und unser Wirtschaftsstandort. Die Bedeutung des Programms wurde in den vergangenen Jahren auch von zahlreichen Akteuren aus Wissenschaft und Hochschulen hervorgehoben.
Nach den bisherigen Aussagen des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll das Programm zum 31. Dezember 2026 auslaufen. Das Ministerium begründet dies bislang mit den haushaltspolitischen und strukturellen Rahmenbedingungen. Zugleich verweist es darauf, dass es weitere Unterstützungsangebote der Länder, der Hochschulen sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes gebe, die Fördermöglichkeiten für zugewanderte Studierende bereitstellen.
Unabhängig davon nehme ich die von Ihnen geschilderten Sorgen sehr ernst. Aus meiner Sicht muss sorgfältig geprüft werden, welche Auswirkungen ein Wegfall des Programms auf die Bildungs- und Integrationschancen junger Zugewanderter sowie auf die Fachkräftesicherung hätte.
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass die Haushaltsberatungen des Deutschen Bundestages noch bevorstehen. Die endgültigen Entscheidungen über die Finanzierung einzelner Programme werden erst im Rahmen dieses parlamentarischen Verfahrens getroffen. In diesem Prozess wird sich auch zeigen, ob und in welcher Form der Garantiefonds Hochschule künftig fortgeführt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Schraps, MdB
