Wie stehen Sie zu den Kürzungen des Bezugszeitraumes für Elterngeld?
Sehr geehrte Frau Michelle V.,
Vielen Dank für Ihre Frage und das damit verbundene Interesse an meiner Arbeit.
Zusammen mit meiner Partei auf Bundesebene lehne ich Kürzungen der Bezugsdauer sowie generelle Kürzungen beim Elterngeld entschieden ab. Eine Einsparung in diesem Bereich sehe ich als familienpolitischen Rückschritt und falsches Signal, insbesondere in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten, an. Die ausführliche Position der Bundestagsfraktion findet sich hier: https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/unser-modell-fuer-ein-zukunftsfaehiges-elterngeld/
Kürzungen betreffen meist Mütter, da sie nach wie vor den Hauptteil der Sorgearbeit übernehmen. Wenn der Bezugszeitraum verkürzt wird, steigt das Risiko, dass Frauen unbezahlt zu Hause bleiben oder finanziell benachteiligt werden. Zumal in vielen Regionen erst ab dem 12. Lebensmonat ein Kita- oder Tagespflegeplatz zur Verfügung steht.
Wir Grünen setzen uns für eine Modernisierung des Elterngeldes ein, die zur langfristigen Entlastung und Stärkung von Familien in Deutschland beitragen würde. Eine Anhebung der Gesamtdauer des Elterngeldes auf bis zu 18 Monate würde Familien mehr Flexibilität und Verlässlichkeit bieten. Darüber hinaus ist eine Anhebung der Mindest- und Höchstbeträge nötig, da das Elterngeld seit seiner Einführung im Jahr 2007 durch die Inflation enorm an Kaufkraft verloren hat. Priorität muss bei allem der flächendeckende Ausbau und die verlässliche Finanzierung von Kita- und Krippenplätzen haben, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf organisatorisch überhaupt möglich ist. Andere europäische Länder zeigen, dass Investitionen in qualitativ hochwertige Betreuung sich nicht nur hinsichtlich der Berufstätigkeit von Eltern, sondern auch hinsichtlich des Bildungserfolgs von Kindern auszahlen.
Mit besten Grüßen aus Straßburg
Jutta Paulus, MdEP
