Frage an Kersten Artus bezüglich Öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben

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Kersten Artus
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Frage an Kersten Artus von Eike R. bezüglich Öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben

Hallo Frau Artus,

Welchen Stellenwert hat für Sie Freie Software (quelloffen, Open-Source) in Bildung und Verwaltung?

Welchen Stellenwert haben für Sie freie standardisierte Dateiformate in Bildung und Verwaltung?

Sind Sie der Meinung, dass elektronische Dokumente in Bildung, Verwaltung und Bürgerkommunikation in einem freien standardisierten Format vorliegen sollten, das den Beteiligten erlaubt eine Software ihrer Wahl zu benutzen, statt sie durch Vorgabe eines herstellerspezifischen Formats zur Benutzung einer Software dieses Herstellers zu drängen?

Danke für eine Antwort
Eike Rathke

Frage von Eike R. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 12 Stunden 32 Minuten

Lieber Eike Rathke,

Danke für Ihre wichtige Frage. Für Freie Software gibt es gute Argumente: Sie ist kostenlos, unterliegt freien Lizenzen, kann von allen im Code eingesehen und verändert werden, ist bisher kaum anfällig für Viren und andere Schädlinge, ist üblicherweise nicht von einer Firma abhängig. Ausschlaggebend ist für mich allerdings, dass Freie Formate für die zukünftige Lesbarkeit von Daten wichtig sind. Wer versucht, mit zum Beispiel „MS Office 2003“ erstellte Daten mit einer aktuellen Office Version zu lesen, braucht zuerst einen „Patch“. Freien Lizenzen und offene Formate garantierten die Lesbarkeit der Daten auch noch in vielen Jahren. Sollte ein Programm vom Markt verschwinden, so finden sich schnell Menschen, die zumindest die Schnittstellen anpassen.

Ich engagiere mich sehr für Förderung der Medienkompetenz. Bestandteil davon ist, in der Bildungspolitik, also in der Schule, die Bedeutung der Freien Software zu vermitten.

Ich selbst arbeite mit verschiedenen Formaten, unter anderem mit OpenOffice. An meinem Arbeitsplatz in der Redaktion nutze ich Apple-Produkte.

Ich bin als Betriebsrätin eine Freundin der hohen Souveränität am Arbeitsplatz. Wer etwas vorgesetzt bekommt, macht sich in der Regel wenig Gedanken über Alternativen. Das Thema „IT“ ist unter vielen Beschäftigten auch immer noch ein Angstthema. Das liegt leider auch daran, dass der Fachsprech oft so abgehoben wirkt und bei Schulungen lediglich die Anwendung erlernt wird, aber nicht, was hinter einer Software steckt sowie ihre Philosophie. Ich unterstütze es, wenn Beschäftigte ihre Arbeitsgeräte, auch Hard- und Software, grundsätzlich frei wählen können. Ich bin überzeugt, dass die Unternehmen viel Geld sparen würden, wenn es keine zentralistischen IT-Strukturen gäbe.

Mit freundlichen Grüßen

Kersten Artus