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Wie stehen Sie konkret zu den geplanten Kürzungen und wie setzen Sie sich politisch dafür ein, psychotherapeutische Leistungen verlässlich und ausreichend gesetzlich abzusichern, sodass eine flächendeckende Versorgung langfristig gewährleistet bleibt?

Porträt von Luigi Pantisano. Weisses Hemd mit dunklem Sakko.
Luigi Pantisano
Die Linke
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Frage von Astrid J. •

Wie stehen Sie konkret zu den geplanten Kürzungen und wie setzen Sie sich politisch dafür ein, psychotherapeutische Leistungen verlässlich und ausreichend gesetzlich abzusichern, sodass eine flächendeckende Versorgung langfristig gewährleistet bleibt?

Sehr geehrter Herr Pantisano,
als niedergelassene psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis und mehreren angestellten Mitarbeitenden verfolge ich die geplanten Honorarkürzungen im EBM mit großer Sorge. Bereits heute arbeiten viele Praxen wirtschaftlich an der Belastungsgrenze, während gleichzeitig der Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung weiter steigt.

Eine Absenkung der Vergütung gefährdet nicht nur die Stabilität bestehender Praxen, sondern langfristig auch die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen.

Vor diesem Hintergrund interessiert mich: Wie stehen Sie konkret zu den geplanten Kürzungen und wie setzen Sie sich politisch dafür ein, psychotherapeutische Leistungen verlässlich und ausreichend gesetzlich abzusichern, sodass eine flächendeckende Versorgung langfristig gewährleistet bleibt?

Mit freundlichen Grüßen,

Astrid J.

Porträt von Luigi Pantisano. Weisses Hemd mit dunklem Sakko.
Antwort von Die Linke

Der Bedarf an Psychotherapie ist in den letzten Jahren in Deutschland gestiegen – verständlich vor dem Hintergrund von diversen Krisen, Kriegen aber auch immer stärkerer Belastungen in der Arbeitswelt oder im Bildungsweg. Die gesetzlichen Krankenkassen sparen nun auf dem Rücken von Menschen, die psychotherapeutische Hilfe benötigen. Laut OECD hat sich der Anteil an Menschen in Deutschland mit unbehandelten psychischen Problemen seit 2021 von vier auf zehn Prozent mehr als verdoppelt. 

Die Absenkung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5% ab April 2026 bedeutet eine kritische Verschlechterung der Versorgung der Patient:innen. Dadurch werden Anreize für Psychotherapeut:innen geschaffen, in Zukunft ihre freien Termine noch stärker an Privatversicherte oder Selbstzahler:innen zu geben. Diese Schritte hin zu mehr Zwei-Klassen-Medizin sind schlecht für alle, die es sich nicht leisten können, Therapiestunden einfach aus eigener Tasche zu bezahlen. Bereits jetzt warten Menschen in Zeiten, in denen es ihnen psychisch schlecht geht, monatelang auf einen ambulanten Therapieplatz – sofern sie überhaupt einen finden.

Allgemein sollte überdacht werden, wie die ohnehin schwierige Versorgungssituation durch strukturelle Maßnahmen verbessert werden kann. Honorarabsenkungen sind hierbei definitiv ein Schritt in die verkehrte Richtung. 

Die Linke fordert eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen und eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen sowie die Finanzierung der Weiterbildung von Psychotherapeut:innen. All das mit dem Ziel, das diejenigen die Termine bekommen, die sie am dringendsten brauchen, unabhängig von ihrem Versicherungsstatus.

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