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Wie verhindern Sie, dass aktuelle Reformvorschläge, insbesondere Rentenalter-Kopplung und AU ab Tag 1 zu mehr Frustration der Wähler und einer Stärkung der politischen Ränder führen?

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Martin Kröber
SPD
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Frage von Matthias T. •

Wie verhindern Sie, dass aktuelle Reformvorschläge, insbesondere Rentenalter-Kopplung und AU ab Tag 1 zu mehr Frustration der Wähler und einer Stärkung der politischen Ränder führen?

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr T., ich danke Ihnen für Ihr Interesse zu den Themen und Ihre Fragen hierzu.

Zunächst möchte ich meinen persönlichen Standpunkt zu beiden Themen klarmachen: Ich bin gegen die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung, sowie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag.

Durch eine Anpassung an die steigende Lebenserwartung würde die Zahl der Beitragszahlenden zwar steigen, das ist klar. Doch als ehemaliger Gewerkschaftssekretär weiß ich, dass es stark körperlich belastete Berufsgruppen gibt, die schon jetzt das Rentenalter kaum erreichen. Eine Erhöhung des Rentenalters würde sie benachteiligen und ist für viele gesundheitlich schlichtweg nicht leistbar. 

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag könnte Fehlzeiten reduzieren, ja. Doch 40% aller Krankmeldungen sind Langzeiterkrankungen, die über 6 Wochen andauern und diese Menschen werden dadurch nicht automatisch schneller gesund. Viele Patient*innen benötigen zudem erst nach mehreren Tagen einen Arzttermin. Personen mit beispielsweise chronischer Migräne oder Unterleibsschmerzen sollten meiner Ansicht nach nicht mit Personen mit Infekten in einem Wartezimmer sitzen müssen sitzen oder sich gar zur Arbeit „schleppen“ müssen. Abgesehen davon, sind die Wartezimmer bei Hausärzt*innen jetzt schon überfüllt. Das würde sich mit dieser Regelung nicht ändern und vielleicht sogar verschlimmern. Wenn wir die Wirtschaft in Deutschland stärken möchten, dann brauch es andere Maßnahmen und Anreize wie zum Beispiel eine Einkommenssteuerreform oder die Senkung der Stromkosten.

Des Weiteren möchte ich darauf eingehen, inwiefern ich als Abgeordneter verhindere, dass diese Vorschläge zu Frustration der Wähler und Stärkung der politischen Ränder führen. Mir ist der Kontakt zu den Bürgerinnen Bürgern meines Wahlkreises und dieses Landes eine Herzensangelegenheit. Ich biete regelmäßig feste und mobile Bürgersprechstunden in ganz Sachsen-Anhalt an, um mit den verschiedensten Menschen über all diese Themen ins Gespräch zu kommen und nehme konstruktive Kritik dankend an. Auch wenn manchmal unbequem: Meine Antworten sind dabei immer ehrlich und authentisch. Des Weiteren besuche ich viele Unternehmen, Einrichtungen, ehrenamtliche Vereine oder Schulen, die mich auch regelmäßig in Berlin besuchen kommen. Ich verstehe es als meine Aufgabe, dem Frust und den Fragen der Wählerinnen und Wähler nachzugehen und ihnen nicht nur zu erklären, sondern auch zu zeigen, was zu unserer Arbeit gehört. Zusätzlich bin ich auch noch auf Social-Media-Plattformen aktiv, um auch die Personen außerhalb von Sachsen-Anhalt zu erreichen. Demokratie und ein Abgeordnetenmandat sind dynamisch. Mir ist es wichtig, das auch zu leben.

 

Viele Grüße und Glück auf!

Martin Kröber

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