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Wie stehen sie zur Entscheidung, das Krankenhaus in Lehrte (ihr Wahlkreis) zu schließen?

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Matthias Miersch
SPD
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Frage von Lars K. •

Wie stehen sie zur Entscheidung, das Krankenhaus in Lehrte (ihr Wahlkreis) zu schließen?

Sehr geehrter Herr Miersch,

mit den Stimmen der SPD und den Grünen, hat die Regionsversammlung beschlossen, das Krankenhaus in Lehrte zu schließen, mit den wissen, dass rund 100.000 Menschen im Einzugsgebiet wohnen, mehrere Gewerbegebiete sich dort befinden und die a2 in direkter Nachbarschaft dich befindet.

Eine öpnv anbindung zu den nächsten Krankenhäusern ist auch nicht wirklich gegeben und Dauert bis zu 1,5h mit mehreren Umstiege.

Wie stehen sie zu dieser Entscheidung und wie begründen sie ihre eventuelle Unterstützung dieser Entscheidung?

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr K.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage auf die ich nachfolgend gern eingehe. 

Ihre Sorgen hinsichtlich Erreichbarkeit und Versorgung vor Ort kann ich gut nachvollziehen. Zugleich ist es mir wichtig, die Zuständigkeiten klar zu benennen: Die konkrete Planung der Krankenhauslandschaft und die Entscheidung über einzelne Standorte liegen in Deutschland bei den Ländern und den jeweils zuständigen regionalen Trägern. Für die Region Hannover ist dies die Regionsversammlung, die in Verantwortung für die Versorgung vor Ort und als Trägerin des KRH die entsprechenden Beschlüsse fasst.

Unabhängig davon unterstütze ich die deutschlandweite Krankenhausreform, weil sie die medizinische Qualität und Verlässlichkeit der Versorgung langfristig sichern soll. In einer sich dynamisch weiterentwickelnden Gesundheitslandschaft wird Spezialisierung immer wichtiger, damit Patientinnen und Patienten dort behandelt werden, wo die notwendige Erfahrung und Ausstattung jederzeit verfügbar sind. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel hilft die Bündelung von Leistungen, Personal zielgerichtet einzusetzen, die Dienstpläne zu stabilisieren und Überlastung zu vermeiden. Gleichzeitig verbessert eine höhere Auslastung die Qualität der Abläufe, reduziert Parallelstrukturen und stärkt Patientensicherheit. Nicht zuletzt müssen wir auch die Finanzierbarkeit unseres solidarischen Gesundheitssystems im Blick behalten, damit dessen Kosten bleiben. Zur Wahrheit gehört, dass sich damit die Zahl der Klinikstandorte in den kommenden Jahren verringern wird. Dass dies vor Ort teils auf Kritik stößt, ist verständlich. Entscheidend ist deshalb, dass Erreichbarkeiten, Notfallstrukturen und eine verlässliche wohnortnahe Grundversorgung gesichert werden.

Für Lehrte gilt: Das KRH ist die Neugestaltung der Kliniklandschaft initiativ angegangen, mit dem Ergebnis, dass der stationäre Betrieb am Standort nicht fortgeführt wird. Diese Entscheidung erfolgt jedoch nicht ersatzlos. So ist eine medizinische Nachnutzung des Areals vorgesehen, unter anderem mit einem Gesundheitscampus mit vielfältigen Angeboten sowie einem Regionalen Gesundheitszentrum (RGZ) des KRH, das auch weiterhin eine Versorgung vor Ort ermöglicht und auch einige Betten vorhält. Für Bau und Betrieb des Regionalen Gesundheitszentrums liegen die Zusage des Landes und die entsprechenden Haushaltsbeschlüsse der Regionsversammlung vor. Auch die Nachnutzung des restlichen Geländes wird vorangetrieben. Ergänzend ist es Aufgabe der Region, die Rettungsdienstplanung und die Anbindung an die umliegenden Kliniken so auszurichten, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist.


Sehr geehrter Herr K., ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Rückmeldung helfen.

Mit freundliche Grüßen

Matthias Miersch

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