Warum fehlt in NRW ein flächendeckendes Konzept und eine feste Rahmenförderung für Taubenhäuser, um finanziell klamme Kommunen bei der Umsetzung des Tierschutzes direkt zu entlasten?
Sehr geehrte Frau Abgeordnete,als Bürger aus NRW verfolgen wir die Entwicklungen im Tierschutz aufmerksam. Ein zentrales Thema ist das Management von Stadttaubenpopulationen.In Städten wie Düsseldorf wird das „Augsburger Modell“ mit betreuten Taubenhäusern und dem Austausch von Gelegen gegen Gipseier bereits erfolgreich praktiziert. Dies sorgt nachweislich für sauberere Innenstädte und ist eine tierschutzgerechte Methode zur Populationskontrolle. Trotz dieser positiven Praxisbeispiele gibt es in NRW kein flächendeckendes Netz an Taubenhäusern. Viele Kommunen verweisen auf mangelnde Finanzen, fehlende rechtliche Vorgaben oder überlassen das Problem komplett dem meist überlasteten Ehrenamt. Auch in Mönchengladbach stockt die Umsetzung eines entsprechenden Ratsbeschlusses aus finanziellen Gründen und wegen der Standortsuche. Es fehlt eine verbindliche landesweite Strategie, die klamme Städte entlastet.
Es existiert zwar keine landesweite Strategie zur Regulierung und Populationskontrolle von Stadttauben, unsere Tierschutzbeauftragte setzt sich aber u. a. für dieses Thema ein. Auf der Seite der TSB finden die Kommunen gut ausgearbeitete Leitfäden zum Stadttaubenmanagement:
https://www.mlv.nrw.de/wp-content/uploads/2024/03/2021-HB-Stadttaubenmanagement_web.pdf
https://www.mlv.nrw.de/wp-content/uploads/2024/03/2021_MfT_Stadttauben-Umfrage_final.pdf
Das Problem ist, dass das Stadttaubenmanagement (wie so viele andere Bereiche im Tierschutz) keine Pflichtaufgabe der Kommunen ist. Von Seiten des Landes sehe ich aber leider wenig Spielraum hier ein entsprechendes Förderprogramm o. ä. aufzusetzen. Wir kämpfen im Haushalt um jeden Euro und setzen uns gerade im Bereich Tierschutz vor allem dafür ein, dass die Tierheime besser gefördert werden.
Bedenklich finde ich, dass es in MG ja offenbar einen Ratsbeschluss gibt, der von der Verwaltung nicht umgesetzt wird. Da müsste man dann eher der Stadtverwaltung Druck machen. Vor allem, weil der Aufbau und auch die laufenden Kosten solcher Taubenschläge keine Unsummen verschlingen (siehe Dokumente).
Wenn es wirklich in erster Linie am Geld scheitert, könnte man natürlich auch überlegen mal an die großen Tierbedarfsgeschäfte heranzutreten und proaktiv um Spenden zu bitten und mit deren Engagement zu werben. Zudem könnte man das ggf. auch als Kooperation aufbauen, dass alle benötigten Materialien (Futter, etc.) bei entsprechendem Unternehmen eingekauft werden. Die laufenden Kosten müssten dann weiterhin von der Stadt geschultert werden, aber damit könnte man ggf. die Anfangsinvestitionen abdecken.
