Wie soll die Qualität der frühkindlichen Bildung gesichert werden, wenn Träger durch finanzielle Engpässe gezwungen sein könnten, Personal abzubauen oder Investitionen zu reduzieren?
Sehr geehrte Frau L.,
vielen Dank für Ihre Frage. Sie sprechen ein Problem an, das viele Kita-Träger in Brandenburg und anderswo derzeit sehr konkret beschäftigt.
Für die Kindertagesbetreuung sind in erster Linie die Länder und Kommunen zuständig. Der Bund beteiligt sich über das KiTa-Qualitätsgesetz mit rund zwei Milliarden Euro jährlich. Diese Mittel waren bisher immer befristet, und die Träger wussten oft erst kurz vor Ablauf, ob und in welcher Höhe es weitergeht. Mit einer solchen Unsicherheit lässt sich kein Personal langfristig halten und keine Investition seriös planen.
Dass das Geld angeblich nicht reicht, ist das Ergebnis politischer Entscheidungen. Der Bund gibt Jahr für Jahr einen zweistelligen Milliardenbetrag für Asyl und Migration aus, ein Vielfaches dessen, was er für die frühkindliche Bildung bereitstellt. Auch das Land Brandenburg und die Kommunen tragen erhebliche Kosten für Unterbringung und Versorgung, die an anderer Stelle fehlen. Schon ein Bruchteil dieser Summen würde genügen, um die Kitas dauerhaft und verlässlich zu finanzieren, mehr Fachkräfte einzustellen und den Betreuungsschlüssel spürbar zu verbessern. Die Regierungen in Bund und Land haben sich anders entschieden. Ich halte das für falsch.
Die Qualität einer Kita entscheidet sich vor allem am Personal. Erzieher brauchen eine angemessene Bezahlung und genug Zeit für die Kinder. Viele Fachkräfte klagen zudem über wachsende Dokumentations- und Verwaltungspflichten. Jede Stunde, die nicht am Schreibtisch verbracht werden muss, kommt den Kindern zugute und macht den Beruf attraktiver.
Wenn das Land den Kommunen Aufgaben überträgt, muss es sie auch ausreichend finanziell ausstatten. Es darf nicht sein, dass am Ende die Träger oder die Eltern die Lücke schließen müssen. Die Bildung unserer Kinder gehört im Haushalt ganz nach vorn, und dafür setze ich mich ein.
Mit freundlichen Grüßen
René Springer, MdB
