Wie stehen Sie zum Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomkraft in Baden-Württemberg?
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Frage. Ich stehe klar gegen einen Wiedereinstieg in die Atomkraft in Baden-Württemberg. Die Anlagen werden bereits zurückgebaut; eine Rückkehr ist technisch und rechtlich nicht mehr möglich.
Darüber hinaus wäre ein Wiedereinstieg auch energiepolitisch nicht sinnvoll. Atomkraft ist teuer, langsam und riskant. Neue Reaktoren brauchen oft 15 bis 20 Jahre Bauzeit und verschlingen Milliardenbeträge. Studien zeigen klar: Strom aus neuen Atomkraftwerken gehört zu den teuersten Formen der Energieerzeugung, während Wind- und Solarenergie heute deutlich günstiger sind.
Hinzu kommt die ungelöste Endlagerfrage. Weltweit gibt es bis heute kein einziges in Betrieb befindliches Endlager für hochradioaktiven Müll. Es wäre unverantwortlich, neue Risiken für kommende Generationen zu schaffen, statt die bestehenden Altlasten sicher zu bewältigen.
Auch wirtschaftlich würde uns Atomkraft nicht unabhängiger machen. Uran muss größtenteils importiert werden, häufig aus autoritär regierten Staaten. Erneuerbare Energien dagegen stärken unsere regionale Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze im Land und machen uns langfristig unabhängiger.
Die gute Nachricht ist: Unsere Stromversorgung ist auch ohne Atomkraft stabil. Deutschland verfügt weiterhin über eine der zuverlässigsten Stromversorgungen Europas. Versorgungssicherheit entsteht heute durch ein Zusammenspiel aus erneuerbaren Energien, Netzausbau, Speichern und flexiblen Kraftwerken – nicht durch starre Großkraftwerke.
Deshalb setzen wir in Baden-Württemberg konsequent auf den Ausbau von Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse sowie auf Speicher und intelligente Netze. Unser Ziel ist eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung, die hier im Land Wertschöpfung schafft und unsere Zukunft schützt.
Kurz gesagt: Atomkraft gehört der Vergangenheit an. Unsere Energiezukunft liegt in den erneuerbaren Energien: sauber, sicher und wirtschaftlich sinnvoll.
Mit freundlichen Grüßen
Sarah Hagmann
