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In Ihrem Wahlprogramm finde ich wenig zum Thema Integrativmedizin. Baden-Württemberg gilt als Vorreiter in diesem Bereich, vielen Menschen ist sie sehr wichtig.Welche Rolle soll sie zukünftig spielen?

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Sarah Hagmann
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Frage von Karolina K. •

In Ihrem Wahlprogramm finde ich wenig zum Thema Integrativmedizin. Baden-Württemberg gilt als Vorreiter in diesem Bereich, vielen Menschen ist sie sehr wichtig.Welche Rolle soll sie zukünftig spielen?

https://www.weils-hilft.de/images/Kampagne/Fact_Sheet_Integrative_Medizin_BW_2026.pdf

https://www.weils-hilft.de/images/Plädoyer_für_eine_Integrative_Medizin_der_Zukunft.pdf

https://www.weils-hilft.de/images/Kampagne/Statement_zur_LTW_BW_2026.pdf

Ich bin selbst Ärztin, in Baden-Württemberg ausgebildet, und arbeite in der Schweiz, unter anderem, weil die Integrativmedizin dort einen höheren Stellenwert (durch eine Volksabstimmung in der Vergangenheit entschieden) hat als in Deutschland und beispielsweise die anthroposophische Medizin sogar auf ärztliche Verschreibung gesetzlich Versicherten zuteil werden kann. Eine ähnliche Stärkung würde es für mich sehr viel attraktiver machen, wieder in Deutschland zu arbeiten.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau K.

das Land Baden-Württemberg hat die Einrichtung eines Lehrstuhls an der Universität Tübingen unterstützt (Prof. Holger Cramer) und fördert damit die Erforschung komplementärmedizinischer Verfahren. Gefördert wurde darüber hinaus das Kompetenznetz Integrative Medizin in einem Projekt des Universitätsklinikums Heidelberg mit Mitteln aus dem Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg. Hier wurden auf den Gebieten sekundäre Pflanzenstoffe oder Ernährung erhebliche Erkenntnisse gewonnen und qualitätsgesicherte und praxisnahe Empfehlungen für eine integrativmedizinische Behandlung entwickelt.

Die Aufgabe der öffentlichen Forschungsförderung übernimmt in erster Linie gemäß Grundgesetz der Bund. Im Rahmen der Landesmöglichkeiten haben wir aber auch beispielsweise das Projekt „Forschungs- und Praxisinitiative: Komplementäre und Integrative Gesundheitsversorgung für Baden-Württemberg (KIG BaWü)“ gefördert. Das Projekt verfolgte das Ziel, in konkreten Forschungsprojekten exemplarisch die funktionellen Effekte und Wirkungsmechanismen von pflanzlichen Wirkstoffen, Nahrungsergänzungsmitteln, veganer Ernährung, Akupunktur und Entspannungsverfahren zu erforschen.

Uns ist bewusst, dass viele Patientinnen und Patienten sich Therapievielfalt und komplementärmedizinische Versorgungsangebote wünschen. Wir setzen uns deshalb für den barrierefreien Zugang zu einer qualitätsgesicherten integrativen Medizin für alle ein.

Die Entscheidung, ob die gesetzlichen Krankenkassen für die Homöopathie Kostenerstattung leisten müssen, liegt aber auf Bundesebene, nicht beim Land Baden-Württemberg.

Mit freundlichen Grüßen

Sarah Hagmann

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