Werden Sie sich als stellv. CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender dafür einsetzen, dass beim Elterngeld im Haushalt 2027 der Höchstbetrag und die Bezugsdauer unangetastet bleiben?
Der Höchstbetrag von 1.800 € liegt seit 2007 unverändert. Bei rund 40 % Inflation seit damals entspricht das einem realen Kaufkraftverlust von 28%. Im Koalitionsvertrag vom April 2025 wurde eine Erhöhung versprochen. Karin Prien sprach im Sommer 2025 (Magazin Eltern) selbst von einem überfälligen Inflationsausgleich.
Der Schwellenwert für den Höchstbetrag (rund 2.770 € Elterngeld-Netto) entspricht je nach Steuerklasse einem Brutto in Höhe des deutschen Medians (4.350 €, Destatis 2024). Eine Kürzung träfe damit die Mitte der Vollzeitbeschäftigten, nicht die Spitze.
Am 21. Mai 2026 hat der Bundestag mit den Stimmen Ihrer Fraktion die Senkung der Luftverkehrsteuer beschlossen. Mindereinnahmen: 330-350 Mio € jährlich, bis 2030 ca. 1,5 Mrd € - also die Größenordnung der geplanten Familieneinsparung von 500 Mio €.
Sehr geehrter Herr B.,
Familien brauchen Verlässlichkeit — gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Deshalb ist die Position der CDU klar: Das Elterngeld bleibt ein zentrales familienpolitisches Instrument, weil es jungen Eltern ermöglicht, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren.
Richtig ist aber auch: Wir stehen insgesamt vor erheblichen Herausforderungen im Bundeshaushalt. Deshalb werden derzeit viele Ausgabenbereiche überprüft. Die CDU setzt sich dabei dafür ein, dass Familien nicht überproportional belastet werden. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat zu Recht gesagt, dass sie „um jeden Cent kämpfen“ werde, wenn es um Familienleistungen geht.
Der Koalitionsvertrag formuliert zudem ausdrücklich das Ziel, Mindest- und Höchstbetrag des Elterngeldes perspektivisch anzuheben. Das zeigt: Die grundsätzliche Richtung der Union ist nicht Abbau, sondern Stärkung von Familien.
Gleichzeitig wäre es unseriös, heute pauschal auszuschließen, dass es im Rahmen der Haushaltsberatungen Diskussionen über einzelne Stellschrauben geben wird. Entscheidend ist für mich aber: Familienpolitik darf nicht zum einfachen Sparschwein des Bundes werden. Wer Kinder bekommt, übernimmt Verantwortung für die Zukunft unseres Landes — und verdient dafür Planungssicherheit und gesellschaftliche Unterstützung.
