Wie wollen Sie das Problem des Mangels an Busfahrern und LKW Fahrern lösen?
Sehr geehrter Herr Müller,
Deutschland steht durch den demografischen Wandel unter Druck. Unser ÖPNV droht vielerorts zu kollabieren, weil Busse mangels Fahrern im Depot bleiben. Im Gegensatz zu pragmatischen Ländern verlangt Deutschland für Berufskraftfahrer-Qualifikationen zwingend Deutsch. Das blockiert arbeitswillige Kräfte aus dem Ausland.
Was halten Sie davon, Ausbildungen und Prüfungen für Bus- und LKW-Fahrer in der Weltsprache Englisch zu ermöglichen?
Was halten Sie von folgendem Vorschlag:
Bewerber (z.B. in Indien) müssen vorab eigenständig Englisch (A2) nachweisen.
Förderung: Deutschland finanziert im Heimatland einen Kurs auf das nötige Fach-Englisch (B1 und B2).
Praxis: Geförderte Ausbildung und Prüfung erfolgen in Deutschland auf Englisch. Busfahrer müssen kein Deutsch sprechen.
Die Alternative wäre: Der Bus kommt gar nicht mehr. Mit diesem Modell behalten wir auch die Kontrolle, welche Sprache hier wächst.
Mit freundlichen Grüßen
Nina B.
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihren Vorschlag zur Gewinnung von Bus- und Lkw-Fahrern aus dem Ausland.
Sie sprechen ein reales Problem an: Der Fachkräftemangel im Personen- und Güterverkehr stellt viele Verkehrsunternehmen vor große Herausforderungen. Gerade im ländlichen Raum hängt ein verlässlicher ÖPNV zunehmend davon ab, ausreichend qualifiziertes Fahrpersonal zu gewinnen.
Das Bundesverkehrsministerium verfolgt bereits das Ziel, bestehende Sprachhürden abzubauen. So hat das Bundeskabinett eine Änderungsverordnung beschlossen, nach der die Prüfung der beschleunigten Grundqualifikation künftig nicht mehr nur auf Deutsch, sondern auch in acht Fremdsprachen – darunter Englisch – abgelegt werden kann. Gleichzeitig sollen weitere Maßnahmen, etwa die vereinfachte Anerkennung ausländischer Fahrerlaubnisse, den Zugang zum Beruf erleichtern. Das Inkrafttreten der Verordnung ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
