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Warum verweigern Sie eine Bürgerversicherung für alle (inkl. Beamte), um Verwaltungskosten zu senken, statt junge Beitragszahler angesichts der Kostenexplosion durch die Alterung weiter auszubluten?

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Tino Sorge
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Frage von Julian O. •

Warum verweigern Sie eine Bürgerversicherung für alle (inkl. Beamte), um Verwaltungskosten zu senken, statt junge Beitragszahler angesichts der Kostenexplosion durch die Alterung weiter auszubluten?

Der demografische Wandel sprengt unser Gesundheitssystem: Der Anteil der über 65-Jährigen steigt rasant. Diese Gruppe verursacht statistisch dreimal höhere Kosten als Jüngere, trägt aber im Verhältnis weniger zur Finanzierung bei. Das System steht vor dem Kollaps.

Dennoch leisten wir uns den Luxus eines Zwei-Klassen-Systems und über 90 einzelner Krankenkassen. Das verschlingt Milliarden an Verwaltungskosten und blockiert durch Fragmentierung eine effiziente Digitalisierung.

Die Lösung wäre eine Versicherung für alle Erwerbstätigen – auch Beamte, Selbstständige und Gutverdiener. Dies würde die Finanzierungsbasis verbreitern und massive Effizienzgewinne bringen. Stattdessen wälzen Sie die Kosten auf die gesetzlich Versicherten ab.

Junge Familien, die sich heute kaum noch Wohnraum leisten können und bereits unter steigenden Renten- und Pflegebeiträgen ächzen, werden so finanziell erdrosselt. Es ist ungerecht, an ineffizienten Strukturen festzuhalten, während die Beitragszahler unter de

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr O.,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Bundesregierung teilt die Einschätzung, dass der demographische Wandel eine der größten strukturellen Herausforderungen für die Finanzierung unseres Gesundheits- und Pflegesystems darstellt. Der steigende Anteil älterer Menschen, die im Durchschnitt einen höheren Versorgungsbedarf haben, wirkt sich unmittelbar auf die Ausgabenentwicklung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung aus. Gleichzeitig steht außer Frage, dass insbesondere junge Beitragszahler sowie Familien finanziell zunehmend belastet werden.

Diese Entwicklung erfordert langfristige und tragfähige Strukturreformen.

Das Bundesministerium für Gesundheit verfolgt daher einen reformorientierten Ansatz, der folgende Ziele verbindet:

  1. Stabilisierung der Finanzierungsbasis durch breitere Finanzierungselemente, effizientere Mittelverwendung und strukturelle Modernisierung
  2. Abbau ineffizienter Strukturen durch Digitalisierung und Entbürokratisierung
  3. Langfristige Generationengerechtigkeit, damit junge Beitragszahler nicht überproportional belastet werden

Die Existenz mehrerer Krankenkassen bedeutet nicht automatisch Ineffizienz. Wettbewerb kann Innovation, Servicequalität und Wirtschaftlichkeit fördern. Gleichzeitig ist es richtig, dass parallele Verwaltungsstrukturen Reformbedarf erzeugen. Deshalb setzt das Bundesministerium für Gesundheit gezielt darauf, stärkere Standardisierung und Digitalisierung von Verwaltungsprozessen voranzutreiben unf Doppelstrukturen abzubauen.  

Ziel ist es, die Verwaltungskosten systematisch zu senken, ohne die Funktionsfähigkeit des Systems zu gefährden.

Das Bundesministerium für Gesundheit sieht die demographische Entwicklung nicht als kurzfristige Haushaltsfrage, sondern als gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe.

 

Mit freundlichen Grüßen 

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