Sehr geehrter Frau Karliczek wie stehen Sie persönlich zur geplanten Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren?
Ich habe über Jahrzehnte gearbeitet und Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt. Für Menschen, die bereits viele Jahre gearbeitet haben und ihre Lebensplanung auf die bisher geltenden Regelungen ausgerichtet haben, wäre eine solche Änderung aus meiner Sicht ein erheblicher Einschnitt.
Mich würde deshalb sehr interessieren, ob Sie diese geplante Änderung unterstützen und wie Sie den Vertrauensschutz für diejenigen beurteilen, die kurz vor den 45 Beitragsjahren stehen.
Mit freundlichen Grüßen
U. N.
Saerbeck
Sehr geehrter Herr N., vielen Dank für Ihre Anfrage, die mich über Abgeordneten-Watch.de erreicht hat. Ihre Ausführungen kann ich gut nachvollziehen. Wer so lange gearbeitet hat und auch hohe Einzahlungen in die Rentenkasse geleistet hat, verdient es, dass er sich auf angemessene Rentenbezüge verlassen kann. Nach meiner Kenntnis wird aktuell in der Regierungskoalition darüber gesprochen, gerade für ältere Menschen, die kurz vor der Rente stehen, einen Vertrauensschutz bei der geplanten Umsetzung der Reform einzubauen. Bedeutet: Menschen, die ein paar Jahre vor der Rente stehen, sollen sich darauf verlassen können, dass ihre Lebensplanung berücksichtigt wird. Es wird wohl das parlamentarische Verfahren und die Debatte zwischen den Ministerien brauchen, hierfür bis zum Jahresende genaue Lösungsansätze zu entwickeln, über die wir als Regierungskoalitionen dann entscheiden. Langfristig - und da sollen und müssen wir ehrlich sein - braucht es gerade mit Blick auf die jüngere Generation und den demografischen Entwicklungen aber auf jeden Fall die Umsetzung der jetzt von der Rentenkommission entwickelten Vorschläge. Sonst ist das deutsche Rentensystem nicht zukunftsfähig.
Ich hoffe, Ihnen soweit eine ehrliche Antwort gegeben zu haben.
Ihre Anja Karliczek
