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Warum wird die Entkopplung von Lohnsumme und Produktivität ignoriert? Warum wird die Finanzierungsbasis nicht auf Wertschöpfung erweitert?

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Ansgar Mayr
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Frage von Michael K. •

Warum wird die Entkopplung von Lohnsumme und Produktivität ignoriert? Warum wird die Finanzierungsbasis nicht auf Wertschöpfung erweitert?

Sehr geehrter Herr Mayr,

haben Sie Dank für Ihre Antwort. Sie weisen darauf hin, dass die Rente aus Beiträgen finanziert wird. Genau hier liegt jedoch das Problem: Wir halten an einer Finanzierung fest, die rein auf Arbeitseinkommen basiert, während durch Automatisierung die Kopplung zwischen Produktivität und Lohnsumme erodiert.

Wenn die Wertschöpfung pro Kopf durch Technologie massiv steigt, die Arbeitseinkommen aber nicht im gleichen Maße wachsen, schrumpft der Anteil der Arbeit am Volkseinkommen. Eine Finanzierung, die nur den Faktor „menschliche Arbeit“ belastet, ignoriert diesen Wandel. Warum schließen Sie aus, das Rentensystem zu einer Erwerbstätigenversicherung auszubauen oder andere Wertschöpfungsquellen – etwa durch eine Beteiligung an den Produktivitätsgewinnen der Unternehmen – einzubeziehen? Eine Fokussierung auf bloße Beschäftigung reicht nicht, wenn Gewinne an der Arbeit vorbei ans Kapital fließen. Wie bewerten Sie dies?

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr K.,

Sie sprechen einen berechtigten Punkt an: Produktivitätsgewinne sind für unseren Wohlstand von großer Bedeutung. Ich halte es jedoch für den falschen Weg, die gesetzliche Rentenversicherung über Unternehmensgewinne oder eine Wertschöpfungsabgabe zu finanzieren. Das würde Investitionen und Arbeitsplätze belasten, ohne die demografischen Herausforderungen dauerhaft zu lösen.

Aus meiner Sicht müssen wir die Produktivitätsgewinne vor allem durch wirtschaftliches Wachstum, steigende Löhne und mehr Beschäftigung nutzen.

Gleichzeitig sollten wir die private und betriebliche Altersvorsorge weiter stärken. Gerade langfristige ETF-Sparpläne bieten vielen Menschen die Chance, vom wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen unmittelbar zu profitieren und sich zusätzlich zur gesetzlichen Rente Vermögen aufzubauen.

Die gesetzliche Rente bleibt das Fundament der Altersvorsorge. Sie wird aber künftig nur gemeinsam mit einer stärkeren privaten und betrieblichen Vorsorge den Lebensstandard im Alter sichern können.

Beste Grüße

Ansgar Mayr

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