Wenn statt Dach-PV verstärkt PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen gebaut werden, steht immer weniger Fläche für die regionale Nahrungsmittelerzeugung zur Verfügung. Für beides reichts nicht?
Sehr geehrter Herr T.,
wir wollen unseren Wohlstand sichern. Wir wollen Klimaschutz ernst nehmen. Und wir wollen unabhängiger werden von fossilen Importen. Wenn wir aus Kohle und Atom aussteigen, dann müssen wir auch einsteigen: in Wind, in Sonne, in Speicher, in Netze. Alles andere wäre energiepolitisch unredlich.
Die gute Nachricht ist: Für Freiflächen-Photovoltaik müssen in den Regionalplänen mindestens 0,2 Prozent der jeweiligen Regionsfläche ausgewiesen werden. In ganz Baden-Württemberg entspricht das rund 71,5 km² bis 2040 – eine sehr überschaubare Größenordnung. Zum Vergleich: Für den Anbau von Energiepflanzen werden derzeit etwa 6,2 Prozent der Landesfläche genutzt – also ein Vielfaches davon. Zudem geht es nicht um ein „Entweder-oder“: Mit Agri-PV kann unter den Modulen weiterhin Landwirtschaft betrieben werden, und mit Floating-PV werden Baggerseen genutzt, ohne zusätzliche Ackerflächen zu beanspruchen.
Die Energiewende braucht Fläche, aber in einem Maß, das mit regionaler Nahrungsmittelproduktion gut vereinbar ist. Beides geht – wenn wir es klug planen. Die Zahlen stammen von der Klimaschutz- und Energieagentur BW: https://www.kea-bw.de/erneuerbare-bw/wissensportal/flaechen-fuer-die-energiewende
Mit freundlichen Grüßen
Cem Özdemir
