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Werden sie sich gegen die Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen einsetzen?

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Christian Berger
CDU
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Frage von Konstantin B. •

Werden sie sich gegen die Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen einsetzen?

Sehr geehrte Herr Berger,

ich wende mich an Sie mit großer Sorge bezüglich der aktuellen Überlegungen zur Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen sowie der damit verbundenen Honoraranpassungen, welche zwangsläufig ökonomische Anreize liefern, weniger gesetzlich Versicherte zu behandeln. Dies würde die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen.
Als psychologischer Psychotherapeut mit eigener Niederlassung in Gummersbach und wohnhaft in Rösrath (51503) zeigt sich die ohnehin schon desolate Versorgungslage u.a. in der Wartezeit auf einen psychotherapeutischen Behandlungsplatz. Diese beträgt in meiner und vielen anderen Praxen durchschnittlich mehrere Monate (ca. 8 Monate in meiner Praxis). Für Menschen in akuten psychischen Krisen bedeutet dies eine erhebliche Verschärfung ihres Leidensdrucks, häufig verbunden mit Arbeitsunfähigkeit, sozialem Rückzug oder im schlimmsten Fall Chronifizierung der Erkrankung oder gar Suizidalität.

MfG,
K. B.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr B.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie die Versorgungssituation aus der Perspektive eines niedergelassenen psychologischen Psychotherapeuten so klar schildern. Die von Ihnen beschriebenen Wartezeiten von mehreren Monaten – gerade auch in akuten Krisen – machen sehr deutlich, wie angespannt die Lage bereits heute ist.

Ich weiß, dass derzeit viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit ähnlich formulierten Schreiben auf die möglichen Folgen einer Budgetierung und Honoraranpassung aufmerksam machen. Das zeigt mir, wie groß die Sorge ist, dass ökonomische Anreize dazu führen könnten, weniger gesetzlich Versicherte zu behandeln und die Versorgung weiter zu verschlechtern. Diese Hinweise nehme ich sehr ernst.

Gerade vor dem Hintergrund des hohen Versorgungsbedarfs darf die ambulante psychotherapeutische Versorgung nicht zusätzlich geschwächt werden. In Nordrhein‑Westfalen sind in den vergangenen Jahren zusätzliche Kassensitze geschaffen worden, um die Versorgung insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu verbessern. Diesen Weg halte ich grundsätzlich für richtig: Versorgungsangebote dort stärken, wo die Bedarfe besonders groß sind – wie Sie es aus Gummersbach und dem Rheinisch‑Bergischen Kreis schildern.

Zugleich steht die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Damit die Beiträge für Versicherte und Arbeitgeber bezahlbar bleiben, sind Einsparungen in verschiedenen Bereichen notwendig. Entscheidend ist für mich aber, dass solche Einsparungen nicht zulasten der Patientinnen und Patienten und der Versorgungssicherheit gehen – insbesondere nicht im Bereich der psychischen Gesundheit.

Ich werde die weiteren Beratungen zum GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz aufmerksam begleiten.

Aus Berlin ist zu hören, dass nach der Sommerpause über mögliche Korrekturen gesprochen werden soll. Konkrete Entscheidungen liegen dazu allerdings noch nicht vor. Ihre praktischen Erfahrungen aus der Versorgung vor Ort sind für diese Diskussion sehr wertvoll.

Vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrer fachlichen Perspektive an mich gewandt haben.

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