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Wie stellen Sie sich zu den aktuellen Honorar- und Leistungskürzungen in der Psychotherapie?

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Christian Berger
CDU
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Frage von Edeltraut H. •

Wie stellen Sie sich zu den aktuellen Honorar- und Leistungskürzungen in der Psychotherapie?

Sehr geehrter Herr Berger,
als langjährig tätige Psychotherapeutin kenne ich das vielschichtige Leid von Patienten/-innen und gleichermassen das grosse Engagement meiner Berufsgruppe, adäquate Hilfe zu leisten.
Bei dieser - von Mitmenschlichkeit getragenen und an ethischen Werten orientierten - Arbeit steht der Einzelne im Vordergrund. Zugleich durfte ich immer wieder miterleben, wie eigenständig und verantwortungsvoll Patienten/-innen im Laufe der Psychotherpie ihr Leben wieder in die Hand nehmen konnten - sicher oft zum Wohl für unser Gemeinwesen (z.B. Mut zu Berufs- u. Schulabschlüssen, Ehrenämter...).
Aktuell ist die Psychotherapie von Honorar- u. Leistungskürzungen bedroht während die Rüstungsausgaben ins unermessliche steigen!
Panzer statt Psychotherapie?
Wie stellen Sie sich zu dieser Problematik, Herr Berger?
Was werden Sie konkret tun, um auf diese "Entwicklung" Einfluss zu nehmen?
Mit erwartungsvollem Gruss - Ihre Mitbürgerin E. H.

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau H.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachricht und für Ihr langjähriges Engagement in der psychotherapeutischen Versorgung. Ihre Schilderungen machen sehr eindrücklich deutlich, wie wichtig Psychotherapie für die einzelne Patientin, den einzelnen Patienten – und darüber hinaus für unser Gemeinwesen – ist.

Ich weiß, dass derzeit sehr viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Patientinnen und Patienten mit gleichlautenden Schreiben auf die möglichen Folgen des GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetzes aufmerksam machen. Das zeigt mir, wie groß die Sorge in der Fachwelt ist, dass Kürzungen bei Honorar und Leistungen die psychotherapeutische Versorgung schwächen und Wartezeiten weiter verlängern könnten. Diese Hinweise nehme ich sehr ernst.

Gerade vor dem Hintergrund des bereits heute hohen Versorgungsbedarfs darf die ambulante psychotherapeutische Versorgung nicht zusätzlich geschwächt werden. In Nordrhein‑Westfalen sind in den vergangenen Jahren bereits zusätzliche Kassensitze geschaffen worden, um die Versorgung insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu verbessern. Diesen Weg halte ich grundsätzlich für richtig: Versorgungsangebote dort stärken, wo die Bedarfe besonders groß sind.

Zugleich bitte ich um Verständnis dafür, dass die gesetzliche Krankenversicherung insgesamt vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht. Damit die Beiträge für Versicherte und Arbeitgeber bezahlbar bleiben, sind Einsparungen in verschiedenen Bereichen notwendig. Dabei wird auch jeder Leistungsbereich einen Beitrag leisten müssen. Entscheidend ist für mich aber, dass notwendige Einsparungen nicht zulasten der Patientinnen und Patienten und der Versorgungssicherheit gehen – insbesondere nicht im Bereich der psychischen Gesundheit.

Ihre Gegenüberstellung „Panzer statt Psychotherapie?“ bringt einen wichtigen Zielkonflikt auf den Punkt: Wir stehen als Gesellschaft vor der Aufgabe, einerseits unsere Sicherheit und Bündnisfähigkeit zu gewährleisten und andererseits den Sozialstaat und die Gesundheitsversorgung zu stärken. Beides ist wichtig. Es geht aus meiner Sicht nicht darum, Psychotherapie gegen Sicherheitspolitik auszuspielen, sondern darum, verantwortungsvoll zu priorisieren und die Folgen einzelner Entscheidungen genau zu prüfen.

Konkret werde ich mich dafür einsetzen,

  • dass die Auswirkungen der geplanten Regelungen auf die psychotherapeutische Versorgung sorgfältig geprüft werden,
  • dass im weiteren Gesetzgebungsverfahren – auch im Bundesrat – nachjustiert wird, wenn sich abzeichnet, dass die Versorgung geschwächt würde,
  • und dass psychische Gesundheit als zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der gesellschaftlichen Teilhabe anerkannt und entsprechend berücksichtigt bleibt.

Aus Berlin ist zu hören, dass nach der Sommerpause über mögliche Korrekturen gesprochen werden soll. Konkrete Entscheidungen liegen dazu allerdings noch nicht vor. Ich werde die weiteren Beratungen aufmerksam begleiten und mich dafür stark machen, dass notwendige Versorgungsangebote in der Psychotherapie erhalten bleiben.

Vielen Dank, dass Sie Ihre fachliche Perspektive und Ihre Sorgen so klar formuliert haben.

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