Frage an Christina Haubrich bezüglich Umwelt

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Christina Haubrich
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Frage an Christina Haubrich von Johann L. bezüglich Umwelt

Mein Thema lautet: Gesundheit gegen Umwelt. (Nicht nur) in Deutschland wird weiterhin zu viel Verpackungsmüll erzeugt. Heute habe ich in den Nachrichten gehört, der Trend sei im vergangenen Jahr erfreulicherweise rückläufig gewesen, doch mit der Coronakrise entsteht wieder mehr Verpackungsmüll. Vor diesem Hintergrund bitte ich um Aufklärung zu folgender Frage.

Viele umweltbewusste Verbraucher haben ihre Gewohnheit geändert, u.a. sind sie mit Plastikdosen zum Supermarkt, zum Metzger, zum Fischladen gegangen, um Verpackungsmüll zu sparen. Seit neuestem höre ich, dies sei "wegen Corona" derzeit unzulässig. Ich muss z.B. meinen Fischsalat, meine Wurst usw. wieder in einer Wegwerfdose bzw. Wegwerfplastiktüte kaufen.

Dieses "wegen Corona" ist mir zu ungenau. (1) Ich will als kritischer Verbraucher wissen, wo ich haarklein den Wortlaut der einschlägigen Verordnung nachlesen kann. Nur dann kann ich meinen Einzelhändler zur Rede stellen. (2) Ich will verstehen, warum. Die neueste bisherige Regel besagte doch, dass ich z.B. an der Wursttheke meine Dose auf ein Tablett stellen darf, der Verkäufer wiegt meine Wurst, legt sie in meine Dose und reicht mir das Tablett zurück. Würden sich in meiner Dose Erreger befinden, dann würden die nicht weitergegeben, denn der Verkäufer fasst sie ja gar nicht an. Falls meine Behauptung bzw. Überlegung richtig ist, dann frage ich Sie: Was ändert sich daran wegen Corona? Anders gefragt, welche Argumente gab es, die gute neue Praxis, die ja zur Müllvermeidung beigetragen hat, zu unterbinden?

Frage von Johann L. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 10 Monate 1 Woche

Sehr geehrter Herr Lemke,

Müll ist für uns Grüne ein Designfehler und eine Verschwendung wichtiger Ressourcen und Rohstoffe – die endlich sind und uns abhängig machen. Ob Verpackung, Auto oder Laptop – wir wollen die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen, um alle Produkte lange zu verwenden, reparieren und recyceln zu können. Der Mehrweganteil bei Getränken sinkt seit Jahren. To-go-Becher werden nur für wenige Minuten genutzt, bevor sie zu Müll werden. Ausgediente Handys und Tablets verstauben in Schubladen, obwohl sie wiederverwendet oder recycelt werden könnten. Unser Ziel ist Zero Waste.
Es soll nach uns Grünen kein Müll mehr verursacht und die Ressourcenverschwendung gestoppt werden. Dafür wollen wir das komplizierte Pfandsystem entwirren und das Verpackungsgesetz zu einem Wertstoffgesetz weiterentwickeln, das Mehrwegquoten und Pfand auf alle Einweg-Plastikflaschen vorsieht. Die Kreislaufwirtschaft muss das neue Normal werden und damit auch der Einsatz von Mehrwegverpackungen an der Ladentheke.

Wir freuen uns dabei auf Ihre Unterstützung.

Herzliche Grüße,
Christina Haubrich

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