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Renteneintrittsalter: Wo ist für Sie die Obergrenze?

Ein junger Herr mit Brille, kurzen braun-schwarzen Haaren, mit dunkel blauen Sakko und weißem Hemd. Hinter dem Kopf eine Kopfstütze
Constantin Grosch
SPD
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Frage von Jakob A. •

Renteneintrittsalter: Wo ist für Sie die Obergrenze?

Sehr geehrter Herr Grosch,

die Bundesregierung will das Renteneintrittsalter nicht mehr auf eine feste Zahl setzen. Stattdessen soll es automatisch immer weiter steigen, solange die Menschen im Schnitt länger leben. Im Klartext: Niemand in meiner Generation weiß, mit welchem Alter er überhaupt in Rente gehen darf – 68, 69, 70? Nach oben ist die Regelung offen.

Und sie trifft nicht alle gleich. „Die Lebenserwartung steigt“ ist ein Durchschnitt. Wer mit 18 auf dem Bau oder in der Pflege anfängt, lebt statistisch kürzer – muss aber trotzdem länger arbeiten. Die zusätzlichen Arbeitsjahre bekommen alle, die zusätzlichen Rentenjahre nicht.

Ich möchte von Ihnen keine Broschüre und keinen Verweis aufs Parteiprogramm. Bitte antworten Sie mir in einem Satz:

Sind Sie dafür, dass das Renteneintrittsalter immer weiter steigen kann – ja oder nein? Und wenn ja: Bei welcher Zahl ist für Sie Schluss?

Mit freundlichen Grüßen

Ein junger Herr mit Brille, kurzen braun-schwarzen Haaren, mit dunkel blauen Sakko und weißem Hemd. Hinter dem Kopf eine Kopfstütze
Antwort von SPD

Einen solchen Automatismus lehne ich auch ab.

Wir müssen endlich als Gesellschaft verstehen, dass es Berufe gibt, die man nur eine gewisse Zeit ausüben kann. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass es Lebenswege und entsprechende Berufe gibt, in denen ein längeres Arbeiten möglich (und teilweise ja auch gewünscht) ist. 

Mit Blick auf die Finanzierung des Rentensystems ist aber die Frage des Renteneintritts nur eines von vielen Werkzeugen. Beitrags- und Rentenhöhen; Arbeitgeberanteile und vor allem die Anzahl der Beitragszahler sind weitere Werkzeuge. 

Viel unmittelbarer würde es uns helfen, wenn die Basis der Beitragszahler erhöht wird. Und damit meine ich nicht nur die Debatte um Beamte, Selbstständige und Politiker, sondern auch den Umstand, dass wir eine jährliche Nettozuwanderung von 400.000 Menschen bräuchten, wenn wir die Arbeitskräfte stabil halten wollen.

Was möchten Sie wissen von:
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Constantin Grosch
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