Frage an Daniel Caspary bezüglich Wirtschaft

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Daniel Caspary
CDU

Frage an Daniel Caspary von Zngguvnf Uvyyre bezüglich Wirtschaft

27. Mai 2009 - 13:58

Sehr geehrter Her Caspary,
Mehrmals im Jahr arbeite ich in Afrika. Und die grösste Herausforderung dort ist die, dass die Erfolge im Bildungsbereich der Entwicklungshilfe oft nicht zu einem Einkommen oberhalb der Armutsgrenze führen. Das liegt vor allem auch daran, dass die Wirtschaft der Entwicklungsländer nur als Märkte europäischer Produkte verstanden werden. DIe sog. Millenium-Entwicklungsziele der UN sehen vor, dass die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben halbiert wird. Ein solches Ziel ist allein mit Entwicklungshilfe nicht zu schaffen. Dazu braucht es ausdrückliche Förderung der Wirtschaft. Unterstützung des Handels, anstatt Ausgrenzung durch die EU Handelsbarrieren.
Können Sie sich vorstellen, dass die EU ihre Wirtschaftspolitik dahingehend überprüft und ändert, ob sie Entwicklungsländern schadet oder ihnen nützt. Bisher ist Wirtschaftspolitik nur am Wohl der EU Mitglieder interessiert. Langfristig funktioniert aber ein EU-Markt nur wirklich gut, wenn er auch Partnermärkte findet und diese nicht wegen kompletter Verarmung geschlossen wurden.
Können Sie sich vorstellen, auf eine Veränderung der Ziele Ihrer Wirtschaftspolitik hinzuwirken? Können Sie sich vorstellen, dass Wirtschaftspolitik und Entwicklungpolitik auf EU-Ebene kooperieren könnten, zum langfristigen Wohl aller?
Mit freundlichem Gruss
Matthias Hiller

Frage von Zngguvnf Uvyyre
Antwort von Daniel Caspary
01. Juni 2009 - 16:38
Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 2 Stunden

Sehr geehrter Herr Hiller,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage. Die angesprochene Situation ist tatsächlich unbefriedigend.

Aus meiner Sicht hat die EU Ihre Entwicklungshilfe zum Glück in den letzten Jahren bereits umgestellt und wird dies auch weiterhin tun. Im Hinblick auf die wirtschaftliche sowie auf die Entwicklungszusammenarbeit haben wir mit den Wirtschaftspartnerschaftsabkommen neue Wege eingeschlagen. Mit "Alles außer Waffen" stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung. Ich würde mich freuen, wenn die afrikanischen Staaten diese Möglichkeiten nutzen würden und dort, wo nicht vorhanden, die Kraft hätten, demokratische Regierungen zu installieren, die die Interessen der Bürger ind en Mittelpunkt ihrer Bestrebungen stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Caspary