Stimmen Sie für die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem 1. Tag und ist Ihnen bewusst, welche Auswirkungen dies auf die Arztpraxen, auf die Krankheitstage in Folge u Menschen hat?
Sehr geehrte Frau Behrens,
Ich bin Migräne Patientin, wenn ich denn mal damit zuhause bleibe, mache ich das an schweren Schmerzschüben, teilweise mit Aura. Autofahren ist undenkbar, bewegen erhöht den Schmerz und Lautstärke nicht zu ertragen. An solchen Tagen liege ich im Bett u warte das der Schmerz geht! Am Folgetag bin ich meist wieder auf der Arbeit. Wenn alle Patienten eine AU am 1. Tag benötigen, was denken Sie wie lange ein Patient warten muss. An dem Tag findet sich keine Erholung, ggf nehme ich eine Magen- u Darm Erkrankung oder eine Grippe gratis mit? Ich frage mich, was der positive Effekt sein soll? Ich für meinen Teil, sitze dann den Vormittag im Wartezimmer, quäle mich mit Schmerzen und benötige länger um wieder arbeitsfähig zu werden. Zudem empfinde ich es als Misstrauen mir gegenüber.
Herzliche Grüße E.G.
Sehr geehrte Frau G..
Zunächst einmal kann ich nicht für oder gegen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag stimmen, da ich kein Mitglied im Bundestag bin. Als Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages und Innenministerin bin ich bei diesem Thema nicht in die Entscheidungsfindung auf Bundesebene eingebunden.
Ansonsten halte ich die von der CDU/CSU-SPD-Koalition vorgesehene Wiedereinführung einer verpflichtenden Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) schon ab dem ersten Tag der Erkrankung für unklug. Es belastet sowohl Erkrankte als auch die Arztpraxen. Die bisherige Regelung hat sich bewährt. Ich empfehle dazu diesen Bericht: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/krankschreibungen-bundesregierung-krankenkassen-100.html
Ich hoffe, dass es im weiteren Gesetzgebungsprozess hier noch Anpassungen geben wird.
Mit besten Grüßen
Daniela Behrens
