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Hallo Frau Evers, werden Sie sich für den Erhalt der Homöopathie in der Patientenversorgung einsetzen?

Daniela Evers
Daniela Evers
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Andrea W. •

Hallo Frau Evers, werden Sie sich für den Erhalt der Homöopathie in der Patientenversorgung einsetzen?

Daniela Evers
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Frau Dr. W.,

Als Landtagskandidatin stehe ich dafür, Gesundheitspolitik verantwortungsvoll, evidenzbasiert und sozial gerecht zu gestalten. Vor diesem Hintergrund unterstütze ich den Beschluss von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Bundesparteitag im November 2025, homöopathische Behandlungen und Präparate nicht länger als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zu erstatten. Grundlage dafür ist die zentrale Überzeugung, dass die Solidargemeinschaft nur für Leistungen aufkommen sollte, deren Wirksamkeit über den Placebo‑Effekt hinaus wissenschaftlich belegt ist.

In unserem Gesundheitssystem trägt jede und jeder durch Beiträge und Steuern zur Finanzierung des gemeinsamen Schutzes bei. Deshalb müssen wir besonders sorgfältig abwägen, welche Leistungen wirklich einen belegten gesundheitlichen Nutzen bringen und welche nicht. Homöopathische Therapien gehören nach der aktuellen wissenschaftlichen Bewertung nicht dazu, sie zeigen außerhalb des Placebo‑Effekts keinen nachweisbaren Wirkmechanismus. Eine Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen kann daher den Eindruck vermitteln, dass diese Leistungen medizinisch wirksam seien – obwohl wissenschaftlicher Konsens hierzu nicht vorliegt.

Gerade in Zeiten, in denen die Krankenkassen aufgrund steigender Gesundheitskosten und demografischer Herausforderungen mit wachsenden Zusatzbeiträgen konfrontiert sind, ist es aus meiner Sicht nicht rechtfertigbar, begrenzte Ressourcen für Leistungen auszugeben, die nicht evidenzbasiert sind. Die Stabilität unserer Krankenversicherung gehört zu den zentralen Aufgaben der Politik – und besteht darin, die solidarische Absicherung aller Versicherten mit einem verantwortlichen Leistungskatalog in Einklang zu bringen, der medizinisch sinnvoll ist.

Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema emotional diskutiert wird und viele Menschen persönliche positive Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln verbinden. Dennoch ist eine politische Entscheidung über die Finanzierung durch die Solidargemeinschaft keine Frage der persönlichen Präferenz, sondern der wissenschaftlichen Evidenz und der Verantwortung gegenüber allen Versicherten. Diese Verantwortung schließt ein, dass wir Leistungen, die über ihre Nutzung als Zusatzbeiträge oder private Versicherungen denkbar bleiben, aber nicht mehr automatisch aus dem Solidartopf der gesetzlichen Krankenkassen finanziert werden.

Als Landtagsabgeordnete und Kandidatin setze ich dafür ein, dass gesundheitspolitische Entscheidungen im Land auf evidenzbasierten Kriterien fußen. Gleichzeitig setze ich mich dafür ein, dass unser Gesundheitssystem für alle Versicherten zugänglich, solidarisch und langfristig finanzierbar bleibt – auch angesichts steigender Zusatzbeiträge und knapper werdender Mittel.

Mit dieser Haltung möchte ich den Menschen in Baden‑Württemberg versichern, dass ich Verantwortung für ein wissenschaftlich fundiertes, gerechtes und zukunftsfähiges Gesundheitssystem übernehme.

Freundliche Grüße

Daniela Evers
Landtagskandidatin für Freiburg I und direkt gewählte Landtagsabgeordnete

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