Sehr geehrte Delara, > Können Sie in der Politik über die Wichtigkeit einer Weltwirtschaft, die ohne Wachstum um jeden Preis funktioniert, reden und den Anfang gegen den Wachstumszwang machen?
Sehr geehrte Delara Burkhardt, > Können Sie in der Politik über die Wichtigkeit einer Weltwirtschaft, die ohne Wachstum um jeden Preis funktioniert, reden und den Anfang gegen den Wachstumszwang machen?
Bürger wollen eine Wirtschaft, die ohne Wachstum um jeden Preis funktioniert.
https://www.eu-umweltbuero.at/inhalt/umfrage-buergerinnen-wollen-kein-wachstum-um-jeden-preis?ref=
Es werden immer mehr KI-Rechenzentren gebaut, welche massiv Energie verbrauchen.
Es wird trotz wachsenden Recyclings immer mehr neues Plastik produziert.
Regenwälder verschwinden, wir haben ein nie dagewesenes Artensterben.
https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/artenkrise/artensterben
Sehr geehrter Herr H.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und diesen wichtigen Impuls!
Ich teile Ihre Einschätzung, dass wir die Vorstellung eines wirtschaftlichen Fortschritts, der zwangsläufig auf immer mehr Produktion und Konsum beruht, kritisch hinterfragen müssen. Angesichts der Klimakrise, des fortschreitenden Verlusts der biologischen Vielfalt und des hohen Ressourcenverbrauchs wird deutlich, dass unser Wirtschaften an die ökologischen Grenzen unseres Planeten stoßen kann.
Unser Ziel muss es daher sein, wirtschaftliche Entwicklung konsequent von Treibhausgasemissionen, Rohstoffverbrauch und Umweltzerstörung zu entkoppeln. Dazu gehören der Ausbau erneuerbarer Energien, langlebige und reparaturfreundliche Produkte, die Stärkung der Kreislaufwirtschaft sowie eine größere Verantwortung von Unternehmen für die ökologischen Folgen ihrer Produktion.
Aus Sicht der Sozialdemokratie kann und muss die Europäische Union dabei eine zentrale Rolle übernehmen. Notwendig sind verbindliche Umweltstandards, die konsequente Förderung einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft, der Abbau umweltschädlicher Subventionen sowie gezielte Investitionen in klimafreundliche Technologien und eine nachhaltige Infrastruktur. Entscheidend ist zugleich, dass wir den ökologischen Wandel sozial gerecht gestalten. Das Verursacherprinzip ist hierfür ein wichtiger Ansatz: Die Kosten für Umwelt- und Klimaschäden müssen stärker von denjenigen getragen werden, die sie verursachen und dürfen nicht auf Verbraucher*innen und Kommunen abgewälzt werden.
Ich setze mich für eine Wirtschaftsweise ein, die innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten funktioniert und gesellschaftlichen Fortschritt nicht allein am Bruttoinlandsprodukt misst, sondern auch an Lebensqualität, sozialer Gerechtigkeit und dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
Mit freundlichen Grüßen
Delara Burkhardt
