Steuerfreie ETF-Gewinne nach 25 Jahren Haltedauer: Wie stehen Sie zu steuerlichen Anreizen für junge Menschen, um der drohenden Altersarmut durch jahrzehntelange Eigenvorsorge zu entgehen?
Sehr geehrter Herr Thering,
Hallo, mein Name ist Felix, ich bin 27 Jahre alt und sorge privat mit ETFs für mein Alter vor. Bei einer Ansparzeit von 35 bis 40 Jahren schmälert die spätere Abgeltungsteuer auf die Kursgewinne (trotz 30 % Teilfreistellung) die mühsam aufgebaute Zusatzrente massiv. Das nimmt jungen Menschen die Motivation zur Eigenvorsorge.
Mein Vorschlag:
Warum führt man keine steuerliche Freistellung gekoppelt an die Haltedauer ein? Wenn Gewinne aus Sparplänen nach einer Einzahlungszeit von z. B. über 25 oder 30Jahren komplett steuerfrei an den Sparer fließen würden, wäre das eine Win-win-Situation. Kurzfristige Spekulationen werden weiter besteuert, während langfristige, generationengerechte Vorsorge belohnt und die Rentenkasse effektiv entlastet wird.
Wie stehen Sie zu einer steuerlichen Freistellung für Menschen, die über Jahrzehnte diszipliniert fürs Alter vorsorgen?
Mit freundlichen Grüßen
Felix
Vielen Dank für Ihre Frage und dafür, dass Sie sich bereits in jungen Jahren aktiv um Ihre private Altersvorsorge kümmern.
Sie sprechen einen wichtigen Punkt an: Wer über Jahrzehnte hinweg diszipliniert für das Alter spart, sollte dafür verlässliche und attraktive Rahmenbedingungen vorfinden. Angesichts der demografischen Entwicklung wird die private und betriebliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente künftig weiter an Bedeutung gewinnen.
Die Bundesregierung hat mit dem Altersvorsorgedepot bereits einen Schritt hin zu einer moderneren und kapitalmarktnäheren privaten Altersvorsorge unternommen. Ziel ist es, mehr Menschen für die langfristige Eigenvorsorge zu gewinnen und geeignete Anlageformen besser zu fördern.
Die von Ihnen vorgeschlagene steuerliche Freistellung von ETF-Gewinnen nach einer sehr langen Haltedauer ist ein interessanter Ansatz. Auch innerhalb der Union wurde in der Vergangenheit darüber diskutiert, langfristige Kapitalanlagen steuerlich stärker zu begünstigen. Gleichzeitig müssen steuerliche Änderungen immer im Zusammenhang mit dem gesamten Steuer- und Altersvorsorgesystem betrachtet werden, um ausgewogene und finanzierbare Lösungen zu schaffen.
Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung halte ich es für richtig, dass langfristiges Sparen für die Altersvorsorge attraktive Rahmenbedingungen erhält. Dazu gehören aus meiner Sicht auch verlässliche steuerliche Regelungen und Anreize, die insbesondere junge Menschen motivieren, frühzeitig Vermögen für das Alter aufzubauen.
Vielen Dank für Ihren Denkanstoß und Ihr Engagement zu diesem wichtigen Thema.
