Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu? Ja oder Nein?
Sehr geehrte Frau E.,
die gesetzliche Rente ist eines der zentralen Versprechen unseres Sozialstaates. Für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist dabei entscheidend, dass die Rente verlässlich, generationengerecht und dauerhaft finanzierbar bleibt. Wer ein Leben lang gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, muss sich darauf verlassen können, im Alter abgesichert zu sein.
Gleichzeitig stehen wir vor erheblichen demografischen Herausforderungen. Die Menschen werden im Durchschnitt älter, zugleich kommen weniger Beitragszahlerinnen und Beitragszahler auf mehr Rentnerinnen und Rentner. Deshalb braucht unser Rentensystem eine verantwortungsvolle und ehrliche Weiterentwicklung. Dabei dürfen jedoch keine einfachen Automatismen an die Stelle politischer Verantwortung treten.
Aus Sicht der CDU/CSU kommt es darauf an, längeres Arbeiten dort besser zu ermöglichen, wo Menschen dies freiwillig wollen und gesundheitlich können. Dazu gehören flexible Übergänge in den Ruhestand, bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten und Anreize für diejenigen, die über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeiten möchten. Arbeit im Alter darf nicht bestraft, sondern sollte stärker wertgeschätzt werden.
Ebenso wichtig ist aber die soziale Differenzierung. Nicht jeder Beruf ist gleich belastend, und nicht jeder Mensch kann gleichermaßen lange arbeiten. Wer jahrzehntelang körperlich schwer gearbeitet hat, gesundheitlich eingeschränkt ist oder besonders lange Beiträge geleistet hat, braucht verlässliche und faire Regelungen. Eine verantwortungsvolle Rentenpolitik muss diese unterschiedlichen Lebensrealitäten berücksichtigen.
Für uns steht daher nicht ein einzelner Mechanismus im Mittelpunkt, sondern ein Gesamtansatz: eine starke Wirtschaft, mehr Beschäftigung, bessere Rahmenbedingungen für Familien, gezielte Fachkräftegewinnung, Stärkung der privaten und betrieblichen Vorsorge sowie mehr Flexibilität beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand. Nur so kann die Rente langfristig stabil bleiben, ohne die junge Generation zu überfordern.
Die Entwicklung der Lebenserwartung kann in rentenpolitischen Debatten nicht ausgeblendet werden. Entscheidend ist aber, dass mögliche Veränderungen sorgfältig geprüft, politisch verantwortet und sozial ausgewogen gestaltet werden. Die Menschen brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit.
Mit freundlichen Grüßen
Diana Herbstreuth
