Wie stellen Sie sich als Politiker das Zusammenleben Deutschlands und Europas mit Russland und seiner Bevölkerung in 10 oder 20 Jahren konkret vor?
Sehr geehrter Herr Dr. Bartsch,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte den Kern meiner Frage noch einmal verdeutlichen: Russland wird auch in 10 oder 20 Jahren da sein.
Wie stellen Sie sich als Politiker das Zusammenleben Deutschlands und Europas mit Russland und seiner Bevölkerung in 10 oder 20 Jahren konkret vor?
Welche langfristige Perspektive sehen Sie für Europa und seine Beziehungen zu Russland? Wie sieht diese gemeinsame Zukunft in Ihrer politischen Vorstellung aus?
Mit freundlichen Grüßen
Svetlana M.
Sehr geehrte Frau M.,
ich hatte Ihre Ausgangsfrage vollständig erfasst und sie entsprechend meiner Position beantwortet. Selbstverständlich haben Sie Recht: Russland bleibt unser geografischer Nachbar. Selbstverständlich wünsche ich mir ein friedliches Miteinander mit unseren Nachbarn sowie politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausch.
Die Voraussetzung dafür hatte ich benannt: Die russische Führung muss ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine beenden und Provokationen gegenüber den europäischen Nachbarn einstellen. Sind beide Voraussetzungen erfüllt, kann mittel- und langfristig hoffentlich ein neues Kapitel in den Beziehungen aufgeschlagen werden.
Mit jedem weiteren Kriegstag und jedem weiteren Kriegsopfer rückt diese wünschenswerte Perspektive jedoch in weitere Ferne. Auch diese Verantwortung liegt zuerst im Kreml und weniger bei deutschen oder europäischen Politikern, denen mitunter vorgeworfen wird, sich zu wenig Gedanken über eine mittel- und langfristige Perspektive zu machen.
Wenn Sie nach Perspektiven fragen, möchte ich ergänzen, dass ich mir eine friedliche Zukunft nicht nur für Europa, sondern insbesondere auch für die Menschen in Russland wünsche: ein Leben in Freiheit, ohne staatliche Repression und ohne Angst vor staatlicher Verfolgung.
Freundliche Grüße
Dr. Dietmar Bartsch
