Wie können wir die geplanten Reformen zur GKV am 10.07.26 verhindern?
Sehr geehrter Herr Droßmann,
als angehende Hausärztin und Mutter möchte ich Ihnen mitteilen, dass die Reformen im Gesundheitswesen, z.B. AU ab Tag 1, für Hausärzte untragbar sein werden. Es wird dazu führen, dass immer mehr Menschen krank arbeiten und schwerwiegendere chronische Erkrankungen entwickeln werden, da sie sich nicht vernünftig auskurieren werden. Es gibt immer einen anderen Weg, um eine Lösung zu finden. Dieser Weg, der am 10.07.26 beschlossen werden soll ist nicht richtig. Ärzt:innen werden entweder auswandern oder nur noch privat Versicherte behandeln. Diese Reformen machen den Beruf in der Allgemeinmedizin nur noch unattraktiver. Die Politik darf sich nicht weiter auf der Gutmütigkeit und sozialen Ader von Ärzt:innen ausruhen. Ganz abgesehen von den Patient:innen. Ich spreche für viele Kolleg:innen und Patient:innen, die entsetzt sind.
Bitte stimmen Sie gegen die geplanten Reformen im Gesundheitssystem am 10.07.2026.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. N. F.
Ich kann gut nachvollziehen, dass die geplanten Änderungen viele verunsichern.
Der Gesetzentwurf zur Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine Reaktion auf die angespannte Finanzlage der GKV und soll weitere Beitragssatzsteigerungen für Versicherte und Arbeitgeber vermeiden. Gleichzeitig ist klar, dass dieses Gesetz nur eine Übergangslösung sein kann. Die notwendigen Strukturreformen – insbesondere die Krankenhausreform, die Reform der Notfallversorgung, eine stärkere Primärversorgung sowie die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens – müssen konsequent vorangetrieben werden, um die Versorgung langfristig zu sichern und zu verbessern.
Die Auswirkungen der vorgesehenen Maßnahmen auf die ambulante Versorgung werden im Deutschen Bundestag intensiv beraten. Ziel bleibt es, die gesundheitliche Versorgung nachhaltig zu sichern und gleichzeitig die Bezahlbarkeit des Systems im Blick zu behalten.
