Werden Sie gegen die Abschaffung der Rente für besonders langjährige Arbeitnehmer mit 45 Jahren Renteneinzahlung stimmen?
Sehr geehrte Herr Schreiner,
werden Sie Ihrem millionärsfreundlichen neoliberalen Kurs weiterhin treu bleiben und gegen die Rechte von Arbeitnehmern stimmen ? oder werden Sie sich diesmal tatsächlich mal für die Arbeitnehmer und Rentner einsetzen? Wissen Sie warum Beamte und Abgeordnete keine Rentenbeiträge bezahlen aber sehr hohe Renten bekommen? Falls ja , wäre ich für eine Antwort dankbar.
Vielen Dank für Ihre Nachricht!
Die Rente nach 45 Versicherungsjahren ist eine wichtige Anerkennung für Menschen, die über Jahrzehnte gearbeitet und Beiträge geleistet haben. Die Lebensleistung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verdient Respekt. Gleichzeitig muss Rentenpolitik auch die langfristige Finanzierbarkeit unseres Systems und die Verantwortung gegenüber den jüngeren Generationen berücksichtigen.
Eine pauschale Abschaffung dieser Regelung steht nicht zur Abstimmung. Gleichwohl müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir die gesetzliche Rentenversicherung angesichts des demografischen Wandels stabil halten. Die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren war vor diesem Hintergrund aus heutiger Sicht problematisch, weil sie dazu geführt hat, dass viele gut ausgebildete und erfahrene Beschäftigte früher aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden sind. Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Rentenbezugsdauer seit den 1960er-Jahren von etwa zehn auf rund 20 Jahre verdoppelt.
Es geht deshalb nicht darum, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu benachteiligen, sondern darum, einen fairen Ausgleich zwischen den Generationen zu schaffen. Wer lange gearbeitet hat, verdient Anerkennung. Gleichzeitig müssen auch die nachfolgenden Generationen die Chance auf eine stabile und finanzierbare Rente behalten.
Zu Ihrer Frage zu Beamten und Abgeordneten: Beamte zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, weil sie einem eigenständigen Versorgungssystem unterliegen, das aus dem besonderen Dienst- und Treueverhältnis zum Staat folgt. Auch dieses System muss langfristig finanzierbar bleiben. Die Rentenkommission hat deshalb empfohlen, Veränderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung zu übertragen. Abgeordnete verfügen ebenfalls über eine eigene Altersversorgung und sind nicht Teil der gesetzlichen Rentenversicherung.
