Frage bzgl. Altersverifizierung im Internet auf Social Media durchgeführt durch diverse KI unternehmen welche auch daten verkaufen und meinungen unterdrücken
Im moment gibt es eine entwicklung in Social Media auf diversen Platformen bei denen jetzt immer mehr Altersüberpfügung per Selfie auch von Teilweise unter 7 oder 6 jährigen gefordert wird. Ich und millionen andere internet nutzer machen sich wirklich gedanken. Weil wenn man sich weigert diese Altersverifizierung durchzuführen darf man nur noch eingeschränkt bzw. Garnicht mehr Chatten oder sowas in der Art. Und das ist nicht das einzige. Das ganze hat im Gamingbereich angefangen. Da gab es nutzer welche aus protest Kleidung im VIdeogame als protest designt haben mit aufschrift "unverified" und diese nutzer wurden gesperrt. Das ist in meinen augen finde ich schon verfassungswiedrig weil es Meinungen und freie entfaltung der kreativität im internet massivst einschränkt. Und diese maßnahmen sind auf den ersten platformen auf denen es eingeführt wurde auch in Deutschland in kraft oder dabei es zu werden. Im namen jedes nutzers. Bitte ich sie u. Ihre partei bringt das thema Ins parlament.
Hallo Milo S.,
Ihre Frage vom 23.1.2026 hat mich erreicht.
Social-Media-Altersgrenzen oder -verbote werden gerade überall diskutiert. Die Linke sieht die Verbote sehr kritisch. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen muss oberste Priorität haben. Genauso haben Kinder und Jugendliche aber auch Rechte, die sich auch auf den digitalen Raum erstrecken: Das Recht auf Zugang zu Medien, den Schutz der Daten und der Privatsphäre, aber auch auf den Schutz vor Gewalt und Ausbeutung ebenso wie das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit.
Wenn Kindern und Jugendlichen die Nutzung von Social-Media-Plattformen verboten wird, wird es immer auch einige oder vielleicht sogar viele geben, die die Verbote umgehen. Wenn diesen Jugendlichen dann im Netz gefährliche oder traumatisierende Dinge begegnen, wird ihre Hemmung noch viel größer sein, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu suchen. Das werden dann auch die Erwachsenen wissen, die diese Kinder und Jugendlichen im Netz kontaktieren und unter Druck setzen. Cybergrooming, also die Anbahnung von Kontakten aus sexuellem Interesse, ist schon jetzt eine enorme Gefahr und wir müssen alles daransetzen, aufzuklären und Hilfe anzubieten und hier nicht die Türen zuzuschlagen.
Darüber hinaus ist es problematisch, wenn Jugendliche komplett von weiten Teilen des Internets abgeschirmt werden. Sie müssen einen verantwortungsvollen Umgang damit lernen, und nicht erst, wenn sie 16 oder 18 Jahre alt geworden sind und dann ohne Vorbereitung mit allem konfrontiert werden können, was im Netz zu finden ist. Das verschiebt die Probleme lediglich auf einen späteren Zeitpunkt.
Auch Kinder und Jugendliche erhalten sinnvolle, interessante und gesellschaftlich relevante Informationen über Social-Media-Plattformen. In vielen Familien gibt es keine Tageszeitung mehr. Erwachsene wir Jugendliche beziehen Informationen und Nachrichten über Social Media. Die Medien haben sich darauf eingestellt und bieten viele Inhalte dort an.
Im ländlichen Raum, bei Krankheit oder für Menschen mit bestimmten Behinderungen sind Social Media ein wesentliches Mittel, um Kontakt zu halten. Dasselbe gilt für Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und über Social Media Kontakt zu Familie und Freundinnen und Freunden haben. Jugendlichen diese Möglichkeit zu nehmen, halte ich für falsch.
Auch die praktische Umsetzung ist nicht so einfach, wie es scheint: Um eine bestimmte Altersgruppe zu identifizieren, muss das Alter von allen im Netz überprüft werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das kann dazu führen, dass die Plattformen noch mehr Daten von uns allen sammeln und andererseits sind sie auch fehleranfällig. Das bedeutet, dass manche Jugendlichen weiterhin Zugang haben und manche Erwachsenen nicht. Beides ist problematisch.
Die derzeit diskutierten Verbote suchen die Lösung der Probleme bei der Einschränkung der Nutzerinnen und Nutzer, statt die, die die Online-Inhalte anbieten, dazu zu verpflichten, keine schädlichen Inhalte anzubieten. Verbote für Kinder und Jugendliche entlassen die Plattformen aus der Verantwortung, Social-Media-Inhalte so zu moderieren, dass ihre Nutzung nicht zu Traumatisierung, Gesundheitsschäden, Gewalt gegen sich oder andere führt, und zwar für alle Altersgruppen. Auch für Erwachsene können diese Sozialen Medien sehr schädlich sein, und auch für die Demokratie. Bei allen technischen Maßnahmen muss zwischen pädagogisch sinnvoller Begrenzung und Gefahr von Überwachung und für Grundrechte allgemein abgewogen werden. Daten- und IT-Sicherheit muss unbedingt gewahrt sein, denn gerade personenbezogene Daten von Kindern und Jugendlichen sind ausgesprochen sensibel und müssen geschützt werden.
Der Umgang mit Plattformen, Social Media, Informationen im Netz muss Teil der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erzieher sein, damit sie Kinder und Jugendliche sinnvoll auf die Nutzung vorbereiten können. Das beinhaltet auch, sie davor zu schützen, sich und anderen zu schaden. Eltern und andere Bezugspersonen müssen befähigt werden, Kinder und Jugendliche sinnvoll im Netz zu begleiten, ohne alles zu überwachen. Für sie müssen Hilfs- und Weiterbildungsangebote gut erreichbar verfügbar sein. Es sollten auch Informationen über technische Maßnahmen enthalten sein, die Nutzung auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen.
Meine Partei setzt sich dafür ein, Plattformen sehr viel strikter zu regulieren. Die Geschäftsmodelle der Social-Media-Plattformen sind darauf ausgerichtet, die Nutzung auszudehnen und Menschen zum Doom-Scrolling zu verleiten, also dem exzessiven Konsumieren oft negativer Online-Inhalte. Wir wollen dagegen gesellschaftlich sinnvolle soziale Medien, die deshalb keine privaten Unternehmen sein sollen, sondern öffentliche Angebote mit dem Ziel der Information und des demokratischen Austauschs sein müssen.
