Während der Diskussion um Leistungskürzungen in der GKV haben Sie sich darüber beklagt, dass Sie Freitag um 17:00 Uhr noch arbeiten müssen. Warum haben Sie ausgerechnet diesen Fokus gewählt?
Sehr geehrte Frau Düber,
während Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung diskutiert werden, die bekanntlich auch umgesetzt wurden und die die Gesundheit von Millionen Menschen betreffen, beklagen Sie sich darüber, dass die Debatte länger dauert als geplant und Sie Freitag um 17:00 Uhr noch arbeiten müssen:
https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7655868
Warum haben Sie ausgerechnet diesen Fokus gewählt?
Teilen Sie meine Sorge, dass Sie mit Äußerungen wie dieser das Bild, das immer mehr Menschen von der Union bekommen und das man als geprägt von sozialer Kälte und Empathielosigkeit beschreiben könnte, weiter verfestigen?
Teilen Sie meine Sorge, dass es Äußerungen wie diese sein könnten, die das ohnehin angeschlagene Vertrauen in die Politik weiter erschüttern und die Menschen in die Arme extremistischer Parteien treiben?
Sehr geehrter Herr H.,
Ihre Darstellung weise ich entschieden zurück. Sie greifen eine einzelne Bemerkung aus einer älteren Plenardebatte heraus, lösen sie aus dem Zusammenhang und konstruieren daraus weitreichende persönliche und politische Vorwürfe. Diese Form der Zuspitzung halte ich für unsachlich und unangemessen.
Meine Äußerung bezog sich nicht auf fehlende Arbeitsbereitschaft. Abgeordnete arbeiten regelmäßig abends, an Wochenenden und außerhalb der Sitzungswochen. Als direkt gewählte Abgeordnete nehme ich zudem zahlreiche Termine im Wahlkreis wahr. Wenn Plenarsitzungen kurzfristig deutlich länger dauern als vorgesehen, hat das Folgen für bereits geplante Gespräche, Besuche und Termine vor Ort. Darauf hinzuweisen, ist legitim.
Wir haben bereits mehrfach zu verschiedenen Themen miteinander korrespondiert. Zudem wurde Ihnen ein persönliches Gespräch in meiner Sprechstunde angeboten, das Sie abgesagt haben. Dass Sie stattdessen wiederholt einzelne Formulierungen herausgreifen und daraus neue Vorwürfe ableiten, wird der Sache nicht gerecht.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hülya Düber MdB
