Stimmen sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu, ja oder nein?

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Jens Lehmann
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Frage von David R. •

Stimmen sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu, ja oder nein?

Sehr geehrter Herr Lehmann,

Kanzler Friedrich Merz hat bei der Vorstellung seines 34 Punkte Plans u.a. Kopplung der Rente an das steigende Alter vorgestellt, bedeutet alle nachfolgenden Generationen müssen immer länger arbeiten, obwohl es durchaus andere Optionen zur Sicherung der Rentenkasse gibt. Deshalb die Frage, ob sie diesen Plan zustimmen werden.

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr R.,

vielen Dank für Ihre Frage zur möglichen Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung.

Grundsätzlich halte ich eine moderate Anpassung des Renteneintrittsalters an die Entwicklung der Lebenserwartung für einen sinnvollen Ansatz, um unser Rentensystem langfristig generationengerecht und finanzierbar zu gestalten. Entscheidend ist für mich allerdings, dass eine solche Regelung sozial ausgewogen ausgestaltet wird.

Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass die Menschen erfreulicherweise immer älter werden, während gleichzeitig immer weniger Beitragszahler für eine wachsende Zahl von Rentnerinnen und Rentnern aufkommen müssen. Diese demografische Entwicklung stellt unsere gesetzliche Rentenversicherung vor erhebliche Herausforderungen. Wer auch künftigen Generationen eine verlässliche Rente ermöglichen möchte, muss deshalb bereit sein, über strukturelle Reformen zu sprechen.

Der vorliegende Vorschlag sieht vor, das Renteneintrittsalter nach 2031 schrittweise an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Dabei sollen von jedem zusätzlichen Jahr Lebenserwartung acht Monate auf die Erwerbsphase und vier Monate auf den Rentenbezug entfallen. Nach derzeitigen Prognosen würde das reguläre Renteneintrittsalter dadurch bis 2041 lediglich um etwa sechs Monate auf 67,5 Jahre steigen. Von einer unbegrenzten oder sprunghaften Anhebung kann daher keine Rede sein.

Gleichzeitig ist mir bewusst, dass nicht jeder Mensch bis ins gleiche Alter arbeiten kann. Gerade Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen müssen besonders berücksichtigt werden. Deshalb halte ich die vorgeschlagene soziale Härtefallregelung für wichtig, die gesundheitlich beeinträchtigten Menschen mit mindestens 35 Versicherungsjahren einen früheren Renteneintritt ermöglichen soll.

Eine solche Reform kann selbstverständlich nur ein Baustein zur langfristigen Stabilisierung unseres Rentensystems sein. Ebenso wichtig sind eine höhere Erwerbsbeteiligung, gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Stärkung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

Ich stehe einer moderaten, an der Lebenserwartung orientierten Anpassung des Renteneintrittsalters daher grundsätzlich positiv gegenüber. Über die konkrete gesetzliche Ausgestaltung wird im parlamentarischen Verfahren zu entscheiden sein.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Lehmann MdB

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