Wie stehen Sie zur geplanten Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung?
Sehr geehrter Herr Martin,
ich möchte Sie fragen, wie Sie zur geplanten Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung stehen.
Laut dem aktuellen ZDF, ARD-DeutschlandTrend (Euronews, Handelsblatt) lehnen 63 % der Bürgerinnen und Bürger eine solche Regelung ab. Ich sehe diese Entwicklung ebenfalls kritisch und möchte daher wissen, ob Sie eine Kopplung des Renteneintrittsalters a die Lebenserwartung befürworten oder ablehnen.
Ich würde mich über eine kurze Antwort freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Nanäa M.
Liebe Frau M.,
vielen Dank für die Frage. Ich vertrete die Interessen aus meinem Kiez im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Rentenreform wird im Bundestag entschieden. Dennoch gebe ich Ihnen gerne eine persönliche Einschätzung dazu.
Zentral wird für mich bei dieser Frage - unabhängig von der Diskussion des Eintrittsalters - zunächst sein, dass die Reform die weiterhin unterschiedlichen Ausgangsbedingungen für die Menschen hier im Osten Deutschlands in den Blick nimmt. Die private Altersvorsorge konnte hier bspw. nicht in dem Maße erfolgen wie dies im Westen möglich war. Dies darf zu keiner Benachteiligung führen.
Zur Frage des Eintrittsalters wird es auf die konkreten Formulierungen ankommen. Im Grundsatz ist es für mich nachvollziehbar, dass bei steigender Lebenserwartung das Verhältnis zwischen Erwerbsphase und Rentenphase stabil gehalten werden soll. Wie die Kommission es aber auch selbst vorgeschlagen hat, bedarf es Möglichkeiten hiervon abzuweichen bspw. falls Menschen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht oder nicht mehr bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können.
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Martin
