Wie stehen Sie zu den geplanten Änderungen beim Elterngeld und werden Sie sich für Familien wie unsere einsetzen?
Hallo Herr Grunwald,
wir sind vor Kurzem Eltern unseres Sohnes Leon geworden. Eigentlich war für uns immer klar, dass wir mehrere Kinder möchten. Die geplanten Änderungen beim Elterngeld würden unsere Familienplanung jedoch massiv beeinflussen. Aus finanziellen Gründen müssten wir wahrscheinlich auf ein zweites Kind verzichten.
Bei einem zweiten Kind hätten wir gleichzeitig ein Neugeborenes und ein Kleinkind. Deshalb ist es für uns unverzichtbar, dass ich die ersten beiden Monate zu Hause bin, um meine Frau im Wochenbett zu unterstützen und unser älteres Kind zu betreuen. Das Wochenbett ist kein Urlaub, sondern ein wichtiger Heilungsprozess. Außerdem möchten wir unserem Kind ermöglichen, etwa ein Jahr gestillt zu werden und es nicht aus finanziellen Gründen zu früh in Betreuung geben zu müssen.
Wie stehen Sie zu den geplanten Änderungen beim Elterngeld und werden Sie sich für Familien wie unsere einsetzen?
Sehr geehrter Herr A.,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes und vielen Dank für die Anfrage zur geplanten Änderung beim Elterngeld.
Dass Sie die ersten Wochen nach einer möglichen weiteren Geburt zu Hause sein möchten, unterstütze ich ausdrücklich — als Vater von drei Kindern weiß ich, dass das Wochenbett kein Urlaub ist und wie wichtig die partnerschaftliche Fürsorge gerade auch in den ersten Wochen nach der Geburt ist. Ihrem Wunsch nach einem weiteren Kind kann ich ausdrücklich beipflichten, auch wenn die Entscheidung für mehrere Kinder oft auch mit Verzicht an anderer Stelle und weiteren Herausforderungen für die wachsende Familie verbunden ist. Als überzeugter Familienmensch und Mitglied des Verbands kinderreicher Familien habe ich die Belange von Familien bei meinem politischen Handeln fest im Blick.
Zunächst möchte ich Sie darüber informieren, dass dieses Thema der Bundestag als zuständiger Gesetzgeber behandelt, weswegen ich als Landtagsabgeordneter für den Prozess der Änderung institutionell nicht zuständig bin und auch keinen politischen Handlungsspielraum habe. Dennoch möchte ich Ihre Anfrage beantworten.
Der gleichzeitige Elterngeldbezug beider Eltern ist bereits heute auf einen Monat begrenzt. Der vorliegendeEntwurf würde das wieder lockern. Für Ihre gewünschte Konstellation wäre das zumindest in dieser Hinsicht eine Verbesserung. Ich will Ihnen aber nichts schönreden: Sollte der Entwurf durch den Bundestag beschlossen werden, könnte künftig ein Elternteil höchstens neun statt zwölf Monate Elterngeld beziehen, da die Einbindung des zweiten Elternteils einen höheren Stellenwert einnehmen soll. Der Höchstbetrag würde im Gegenzug allerdings erstmals seit 2007 angehoben werden.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Verteidigung, Rente, Pflege und nicht zuletzt Zinsen binden Mittel des Haushalts in neuer Größenordnung, die nicht der Generationengerechtigkeit entspricht. Entweder wir nehmen überall maßvoll ein wenig zurück — oder wir streichen anderswo radikal. Ich halte das Erste für sozial verträglicher. Denn es sichert Leistungen wie das Elterngeld, von dem ich seit der Einführung 2007 durch die damalige CDU-Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nach wie vor zutiefst überzeugt bin, auch für die Zukunft ab.
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich alles Gute!
Mit freundlichen Grüßen
Jonathan Grunwald
